STOLPERSTEINE GELSENKIRCHEN

Ausgrenzung erinnern


Stolpersteine Gelsenkirchen

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HIER WOHNTE

Verlegeort FELIX FRÖHLING

JG. 1894
DEPORTIERT 1942
GHETTO RIGA
FLUCHT AUS DEM ZUG
ERMORDET

Verlegung geplant 2024, Verlegeort: Horster Str. 40, Gelsenkirchen

Die Ausstellungshalle, im Januar 1942 von den Nazis als Sammellager für die Deportationen jüdischer Menschen aus Gelsenkirchen genutzt

Abb.: Die Ausstellungshalle am Wildenbruchplatz, im Januar 1942 von den Nazis als temporäres Sammellager für die Deportationen jüdischer Menschen von Gelsenkirchen nach Riga genutzt.

Adressbuch Gelsenkirchen 1939, Felix Fröhling

Abb.1: Adressbuch Gelsenkirchen 1939, Eintrag Felix Fröhling

Felix Fröhling wurde am 3. Januar 1894 in Wuppertal-Barmen als Sohn von Leopold und Betti, geb. Bodenheimer geboren. Er besuchte die dortige Realschule, arbeitete später als Angestellter und war ledig. Er hatte eine Schwester, die am 14. August 1892 in Barmen (Wuppertal) geborene Erna Ernestine Fröhling, sie war Krankenschwester von Beruf. Erna Ernestine floh 1935 nach Frankreich, doch auch sie überlebte den Holocaust nicht, Erna Ernestine wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit in Auschwitz ermordet.

Der ledige Felix Fröhling lebte laut Adressbuch Gelsenkirchen 1939 an der Horster Str. 40, das Adressbuch gibt als Beruf "Provisionsreisender" an.

Auch Felix Fröhling wird als Jude zur Deportation 'in den Osten' bestimmt, er wird am 27. Januar 1942 von der Ausstellungshalle am Wildenbruchplatz mit dem ersten Deportationstransport aus Gelsenkirchen Richtung Riga in Lettland verschleppt. Dort kommt Felix Fröhling jedoch nicht an.

Der Holocaust-Überlebende Hermann Voosen aus Gelsenkirchen schreibt nach dem Krieg in seinen Aufzeichungen: "Fröhling hat auf dem Transport nach Riga den Zug verlassen". Die Liste der Jüdischen Kultusgemeinde zum Transport vom 27. Januar 1942 hält fest: "Auf dem Transport nach Riga erschossen". Es wird sich um einen Fluchtversuch gehandelt haben, Einzelheiten bleiben jeoch im Dunkel. Ein weiterer Hinweis auf Felix Fröhling findet sich in der Gedenkstätte Yad Vashem in Israel, dort ist eine Zeugenaussage (Testimony) von einem Moshe Friling Khan aus dem Jahr 1955 hinterlegt.

Weitere Einzelheiten zum Lebens- und Leidensweg von Felix Fröhling sind bisher nicht bekannt, da die Quellenlage sehr spärlich ist. Mit der Verlegung des Stolpersteins kehrt sein Name zurück - dorthin zurück, wo Felix Fröhling einst seinen Lebensmittelpunkt hatte.

Biografische Zusammenstellung: Andreas Jordan, Gelsenzentrum e.V., März 2024

Quellen:
Gedenkbuch Bundesarchiv
https://www.mappingthelives.org/ (Abruf 5/2023)
Listenmaterial der Jüdischen Kultusgemeindev. 4. Juni 1946 betr. Deportation 27. Januar 1942 Gelsenkirchen-Riga

Abbildungen:
1: Adressbuch Gelsenkirchen, Ausgabe 1939


Projektgruppe STOLPERSTEINE Gelsenkirchen, 5/2023

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