Stolpersteine Gelsenkirchen
Gemeinsam gegen das Vergessen

← STOLPERSTEINE in Vorbereitung
Familie Tepper
SALOMON TEPPER
Jg. 1893
Aus 'Heilanstalt' Bendorf-Sayn
Deportiert 30. April 1942
Ghetto Krasniczyn
Flucht in den Tod
3. Mai 1942
|
SARA TEPPER
GEB. STEIER
Jg. 1898
Deportiert 1942
Riga
Ermordet 14.12.1944
|
ANNA TEPPER
Jg. 1923
Flucht Holland
Interniert Westerbork
1943 Deportiert
Ermordet 4.6.1943
Sobibor
|
DORA TEPPER
Jg. 1924
Flucht Holland
Interniert Westerbork
1942 Deportiert
Ermordet 15.12.1942
Auschwitz
|
Salomon Tepper wurde am 15. Juni 1893 in Szufnarowa geboren. Er war mit Sara Tepper, geborene Steier, geboren am 18. Juli 1898 Dzwienanz, verheiratet. Anfang der Dreißiger Jahre wohnte das Ehepaar an der Bismarckstrasse 78. Sie hatten drei in Gelsenkirchen geborene Kinder, die am 28. Januar 1923 geborene Anna, die am 16. März 1924 geborene Dora und den am 1. August 1926 geborenen Max. Ende der Dreißiger Jahre wurde auch die jüdische Familie Tepper von den NS-Verfolgungsbehörden gezwungen, in ein so genanntes "Judenhaus" an der Schalker Strasse 38 zu ziehen. Max Tepper emigrierte in die USA.
Im Dezember 1941 wurde Salomom Tepper in die "Heil- und Pflegeanstalt der Reichsvereinigung der Juden in Bendorf-Sayn" eingewiesen. Auf Anordnung des Reichsministerium des Inneren wurden bereits ab 1940 alle jüdischen Patienten und Patientinnen, die in "Heil- und Pflegeanstalten" des Deutschen Reiches untergebracht waren, in Bendorf-Sayn bei Koblenz zusammengefasst. Hintergrund: "Juden und Deutsche" sollten nicht mehr gemeinsam untergebracht sein. In Bendorf-Sayn herrschten in Folge der Überbelegung katastrophale Zustände, es fehlte an Medikamenten und Nahrungsmitteln. Nachdem die "Euthanasie-Aktion" im August 1941 "offiziell" eingestellt worden war, erfolgte ab 1942 die Verschleppung der jüdischen Patienten und Patientinnen aus Bendorf-Sayn in die Vernichtungslager im besetzten Osteuropa, um sie dann dort wie geplant zu ermorden.
Salomon Tepper wurde mit dem Transport vom 30. April 1942 an Koblenz-Lützel in das Ghetto Krasniczyn im Bezirk Lublin deportiert. Dort wurden die Juden zunächst in die leeren Häuser der bereits zuvor in Belzec ermordeten polnischen Juden eingewiesen. Vorgesehen war der zeitnahe Weitertransport der Menschen in die Gaskammern der Vernichtungslager Belzec oder Sobibor. Salomon Tepper wählte am 3. Mai 1942 im Ghetto Krasniczyn die Flucht in den Tod.
Salomon Teppers Frau Sara wurde am 27. Januar 1942 von Gelsenkirchen nach Riga verschleppt. Bei der Auflösung des Ghettos im November 1943 wurde sie ermordet.
Die Töchter Anna und Dora konnten zunächst von Gelsenkirchen nach Holland fliehen. Dort wurden die beiden jungen Frauen alsbald von der der NS-Verfolgung eingeholt. Dora Tepper wurde über das "Durchgangslager" Westerbork 12. Dezember 1942 nach Auschwitz verschleppt und dort am 15. Dezember 1942 ermordet. Ihre Schwester Anna wurde von Westerbork am 1. Juni 1943 in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und dort am 4. Juni 1943 ermordet.
Für die Stolpersteine, die an Familie Tepper erinnern sollen, werden Paten gesucht.
Email an Heike Jordan, Projektleiterin