STOLPERSTEINE GELSENKIRCHEN

Gemeinsam gegen das Vergessen


Stolpersteine Gelsenkirchen

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Sally Haase

Verlegeort Sally B. Haase

JG. 1891
VERHAFTET 1938
SACHSENHAUSEN
FLUCHT 1939 BELGIEN
DEPORTIERT 1942 AUS DRANCY
ERMORDET 1944 IN AUSCHWITZ

Carola Haase, geborene Cossmann

Verlegeort CAROLA HAASE

GEB. COSSMANN
JG. 1898
DEPORTIERT 1942 RIGA
ERMORDET 1945 IN STUTTHOF

Ingrid Haase

Verlegeort INGRID HAASE

JG. 1928
DEPORTIERT 1942 RIGA
ERMORDET 1945 IN STUTTHOF

Verlegeort: Kurt-Schumacher-Straße 10

"Jetzt hat sich der Kreis geschlossen" sagte der am 9. März 1926 in Gelsenkirchen geborene Bernd Haase nach der Stolpersteinverlegung im Juni 2010. Seine Eltern waren der jüdische Kaufmann Sally Haase, der am 22. Januar 1891 in Gelsenkirchen geboren wurde, seine Mutter war die aus Bonn stammende Carola Haase, geborene Cossmann. Carola Cossmann wurde sehr früh Witwe, bei der Heirat mit Sally Haase brachte sie die am 14. Oktober 1921geborene Margot mit in die Ehe. Das Ehepaar Haase hatte noch ein weitere Tochter, Bernds Schwester Ingrid, die am 9. November 1928 ebenfalls in Gelsenkirchen geboren wurde.

Die Kaufmannsfamilie Haase wohnte an der Kaiserstraße 10, heute Kurt-Schumacher-Straße. Der Vater wurde vor der so genannten "Reichskristallnacht" verhaftet und kam für mehrere Monate in ein KZ. Die Nazis zwangen Sally Haase, das Haus an der Kaiserstrasse und ein weiteres Haus an der Bahnhofstrasse vor dem Hintergrung der so genannten "Arisierung" zu verkaufen.

Sally Haase floh nach der Entlassung aus dem KZ zunächst nach Belgien. Tochter Margot konnte mit der Hilfe von Verwandten in die USA flüchten. Carola Haase und ihre beiden beiden Kinder Bernd und Ingrid mußten nach Beginn des Krieges in Gelsenkirchen bleiben. Die Familie hatte sich um Einreisevisa bemüht, jedoch standen sie auf der Warteliste zu weit unten. Mutter Carola musste dann mit den Kindern in ein so genanntes "Judenhaus" an der damaligen Karl-Laforce-Straße 15 (Heute: Arminstraße) ziehen. So erlebten sie die ständig zunehmende Diskriminierung im Alltag Nazi-Deutschlands in ihrer ganzen unmenschlichen Härte. Am 27. Januar 1942 wurde die Mutter mit ihren beiden Kindern schließlich nach Riga deportiert.

Als die Rote Armee näher rückte, wurden Carola Haase und ihre Kinder Bernd und Ingrid in das KZ Stutthof bei Danzig verschleppt. Dort wurden Mutter Carola und Schwester Ingrid von den Nazis ermordet. Vater Sally, der bei dem Überfall der Nationalsozialisten auf Belgien und die Niederlande weiter nach Frankreich geflohen war, fiel dort den Schergen der Hitlerdiktatur in die Hände und wurde 1944 im KZ Auschwitz in der Gaskammer ermordet. Bernd Haase wurde im März 1945 befreit und kehrte in seine Heimatstadt Gelsenkirchen zurück. 1947 gelangte er mit der Hilfe seiner Schwester Margot in die USA, wo er heute lebt. Bernd Haase hat die Patenschaft für drei STOLPERSTEINE, die seiner Familie gewidmet werden, übernommen.

Erfahren Sie mehr über Bernd Haase: → Erinnerung an Lebens- und Leidenswege


Kaiserstrasse 10 in Gelsenkirchen

Foto: In diesem Haus an der Kaiserstraße 10, heute Kurt-Schumacher-Straße, lebte die Familie Haase. Das Foto stammt aus dem Jahr 1926, dem Geburtsjahr von Bernd Haase. Die Nazis zwangen den jüdischen Kaufmann Sally Haase dazu, das Haus zu "verkaufen".

Mit freundlicher Genehmigung, Privatbesitz Bernd Haase


Kurt-Schumacher-Strasse 8-10 in Gelsenkirchen, hier befand sich in der NS-Zeit das Geburtshaus von Bernd Haase

Foto: Kurt-Schumacher-Strasse 8-10 in Gelsenkirchen, hier stand das Haus der Familie Haase, hier wurde Bernd Haase geboren


Der anhaltende Frost verhinderte vorerst die Verlegung der STOLPERSTEINE für die Familie Haase.

Foto: Der anhaltende Frost verhinderte am 9. Februar 2010 vorerst die Verlegung der STOLPERSTEINE für die Familie Haase. Die STOLPERSTEINE wurden nur symbolisch verlegt, die endgültige Verlegung in das Gehwegpflaster findet in Kürze statt.

→ Fotostrecke von der Verlegung an der Kurt-Schumacher-Strasse 10


Projektgruppe STOLPERSTEINE Gelsenkirchen. Januar 2010

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