STOLPERSTEINE GELSENKIRCHEN

Gemeinsam gegen das Vergessen


Stolpersteine Gelsenkirchen

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„Was keiner geglaubt haben wird, was keiner gewusst haben konnte, was keiner geahnt haben durfte, das wird dann wieder das gewesen sein was keiner gewollt haben wollte.“ (Erich Fried)

Aktuelles & Termine

In loser Folge veröffentlichen wir in dieser Rubrik Aktuelles rund um das Projekt Stolpersteine Gelsenkirchen.

+ + + Nächste Verlegung von Stolpersteinen in Gelsenkirchen am Donnerstag, 6. Oktober 2016 + + +

 


Jüdische Schüler: Ihr Schulweg war ab 1933 oftmals auch ein Angstweg 

Stolpersteine für ehemalige jüdiche Schüler in Gelsenkirchen

Vor dem Grillo-Gymnasium in Gelsenkirchen werden noch in diesem Jahr Stolpersteine verlegt. Damit soll an Ausgrenzung, Verfolgung, Entrechtung, Demüti- gung, Flucht, Emigration und Ermordung ehemaliger jüdischer Schüler an dieser Schule erinnert werden.

Das Grillo-Gymnasium hat die Patenschaft für zu- nächst vier Stolpersteine übernommen, damit soll auch ein Stück Schulgeschichte aufgearbeitet werden. Für zwei weitere Stolpersteine, die ebenfalls im Oktober verlegt werden, können noch Patenschaften über- nommen werden.

Verlegt werden die Stolpersteine für Günter Schönen- berg, Hermann Cohn, Albert Gompertz, Horst Karl Elias, Erich Lilienthal und Ernst Back, deren Inschrif- ten mit den Worten "HIER LERNTE" beginnen, von Gunter Demnig bei der nächsten Verlege-Aktion in Gelsenkirchen am 6. Oktober vor dem Schulgebäude an der Hauptstraße 60. Weitere Stolpersteine zur Erinne- rung an jüdische Schüler dieser Schule sollen im nächsten Jahr folgen. Mehr erfahren: Dokumentation: HIER LERNTE... Es können noch weitere Patenschaften übernommen werden. Info: (0209) 9994676 oder per Email an die: Email an die Projektleitung senden Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen


Stolpersteine sollen an Familie eines jüdischen Schalke-Sponsors erinnern  

Stolpersteine sollen an Familie eines jüdischen Schalke-Sponsor erinnern

Werner Sauer hat seine blau-weiß gestreifte KZ-Häftlingsmütze durch die Zeit gerettet. Sie befindet sich seit 1994 im United States Holocaust Memorial Museum

Kurz vor seiner Deportation, gegen Ende des Jahres 1941 arbeitete Werner Sauer als Maurer im Katholi- schen Krankenhaus in Gelsenkirchen. “Ich werde nicht mehr wiederkommen.” sagte er eines Tages zur Schwester Oberin. “Warum nicht?” fragte die Ordens- schwester. “Ich bin Jude.” sagte Werner Sauer leise. Die Oberin antwortete traurig: “Wenn die jüdischen Menschen Deutschland verlassen müssen, wird es sehr dunkel. Denn sie nehmen die Sterne, den Mond und die Sonne mit”. – Sie konnte ja nicht wissen, wie recht sie damit hatte.

An der Schalker Str. 184 sollen schon bald Stolpersteine an Leopold "Leo" Sauer, seine Frau Auguste und Sohn Werner erinnern. Dort betrieb der frühe Schalke-Sponsor Leopold Sauer seine gutgehende Metzgerei. Leo, wie der allseits bekannte und beliebte Metzgermeister meist genannt wurde, unterstützte neben dem Verein auch viele Spieler des Schalke 04 privat. So bezahlte er dem Schalker Spieler Ernst Kuzorra den Führerschein und stellte ihn als Fahrer an. Anlässlich einer Meisterfeier des FC Schalke präsentierte Leopold Sauer ein Schwein, das er zuvor in den Vereinsfarben blau-weiß angestrichen hatte und trieb es beim Triumphzug durch die Straßen. Von den Nazis enteignet und aus ihrem Haus vertrieben, wurde Familie Sauer im Januar 1942 zunächst in das Ghetto Riga deportiert. Das Ehepaar Sauer wurde im KZ Stutthof ermordet, Sohn Werner konnte mit viel Glück den Holocaust überleben. Nach seiner Befreiung lebte er in Berlin und emigrierte 1949 in die USA. Mehr erfahren: Dokumentation Für die drei Stolpersteine, die Familie Sauer gewidmet werden, können Patenschaften übernommen werden. Info: (0209) 9994676 oder per Email: Email an die Projektleitung senden Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen

Israel Yaoz: Warum habe ich überlebt?  

Israel Yaoz spricht über seine Gefangenschaft im KZ Bergen-Belsen. Als Israel Häusler am 14. November 1928 in Gelsenkirchen geboren, ist der heute in Israel lebende Israel Yaoz der einzige Überlebende seiner Familie. Vater Mordechai, Mutter Sima und seine Geschwister Recha, Esther, Meier und Mali wurden von den Nazis ermordet. Am 15. April 1945 wurde Israel Yaoz (damals noch Israel Häusler) von briti- schen Soldaten aus dem KZ Bergen-Belsen befreit. Seither plagt ihn eine Frage: Warum grade ich? Warum habe ich überlebt?


Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen wird 10 Jahre alt 

Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen wird 10 Jahre alt

Zahlreiche Lebens- und Leidenswege von Men- schen, die der Rassenideologie der selbsternann- ten Herrenmenschen zwischen 1933-1945 zum Opfer gefallen sind, hat die Projektgruppe Stolper- steine des Gelsenkirchener Vereins Gelsenzentrum in den letzten 10 Jahren recherchiert und auf dieser Internetpräsenz dokumentiert. 2009 konnten dann erste Stolpersteine in Gelsenkirchen verlegt werden, mittlerweile sind bereits 139 Stolpersteine in das Gehwegpflaster eingelassen worden.

Weitere 19 Stolpersteine sollen im Herbst diesen Jahres hinzukommen. Das von bürgerschaftlichem Engagement und Spenden getragene Projekt Stolpersteine Gelsenkirchen - Gemeinsam gegen das Vergessen wird laufend fortgesetzt.

Unterstützen sie mit einer Spende die Erinnerungs- arbeit der Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen. Helfen Sie mit, den Menschen Ihre Namen zurück zu geben, dort wo sie einmal gewohnt haben – vor den Türen der Häuser. Der Preis für einen Stolperstein ein- schließlich Installation beträgt € 120,-. Spenden unter Stichwort “Stolpersteine”, Konto: Gelsenzentrum e. V. bei der Sparkasse Gelsenkirchen, IBAN DE79 4205 0001 0132 0159 27, SWIFT-BIC: WELADED1GEK. Ihre Spenden sind steuerlich abzugsfähig, sie erhalten auf Wunsch eine Zuwendungsbestätigung.


Trauer um Herman Cohn: Überlebender und Befreier stirbt mit 94 Jahren 

Trauer um Herman Cohn: Überlebender und Befreier stirbt mit 94 Jahren

Herman Cohn starb am 21. März 2016 in Hyde Park, Chicago, USA.

Herman Cohn wurde am 8. September 1921 in Essen geboren. Als er gerade fünf Jahre alt war, starb seine Mutter. Großmutter Rosa Cohn kümmerte sich fortan um Herman und Bruder Walter. In den frühen 1930er Jahren zog die Familie ins benachbarte Gelsenkirchen. Mit der Machtübergabe an die Nazis 1933 sahen sich auch die Cohns mit einem zunehmend aggressiven Antisemitismus konfrontiert.

Im Jahr 1937 brachte die Familie Sohn Walter in Sicherheit, sie schickten ihn zu Verwandten in die USA. Nur ein Jahr später wurden die Cohns enteignet, auch das Familienunternehmen in Gelsenkirchen wurde "arisiert". In der Pogrom- nacht wurde Siegfried Cohn von einem Nazi-Mob verprügelt, während Herman Cohn in der Gestapo-Zentrale in Gelsenkirchen gefoltert wurde.

Im Dezember 1939 erhielten die Cohns schließlich das erforderliche Visum für die Einwanderung in die USA. Umgehend floh die Familie von Deut- schland nach Holland. Gemeinsam mit ihrem Sohn Herman gingen sie in Rotterdam an Bord eines niederländischen Schiffes, dass Sie endgültig in die USA in Sicherheit brachte.

Die hochbetagte Rosa Cohn wollte in Holland bleiben, sie wurde 1943 von den Nazis im Vernichtungslager Sobibor ermordet. Herman Cohn kehrte im Zuge der Invasion in der Normandie (D-Day, 6. Juni 1944) als Soldat der US-Army nach Europa zurück und war an der Befreiung des KZ Dachau beteiligt. Weiterlesen >>


Aktives Gedenken: Stolperstein-Putzaktion in Gelsenkirchen 

139 Stolpersteine erinnern bisher in Gelsenkirchen an Opfer des NS-Gewaltregimes

Auch in diesem Jahr werden wir unsere jährliche Putzaktion der Gelsenkirchener Stolpersteine fort- setzen. Die Aktion soll symbolisch die Lebens- und Leidenswege ehemaliger Mitbürgerinnen und Mitbürger in Erinnerung rufen. In der letzten April- woche 2016 werden alle 139 in Gelsenkirchen verlegten Stolpersteine poliert, an jeder der Verlegestellen sollen Blumen niedergelegt werden. Unterstützer*innen und Sponsoren für die zwischen dem 25.-28. April 2016 stattfindenden Putzaktion sind herzlich willkommen. Menschen, die sich beteiligen wollen, wendet sich direkt an die Projektgruppe Stolpersteine, Tel.: (0209) 9994676, Email: Email an die Projektleitung senden Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen


Verlegeaktion 2016: Weitere Stolperstein-Paten gesucht 

139 Stolpersteine erinnern bisher in Gelsenkirchen an Opfer des NS-Gewaltregimes

Abb.: 139 Stolpersteine erinnern bisher in Gelsenkirchen an Opfer des NS-Gewaltregimes

Im Herbst diesen Jahres wird Gunter Demnig wieder in Gelsenkirchen zu Gast sein, um mit der Verlegung weiterer Stolpersteine im öffentlichen Raum an neunzehn Menschen zu erinnern, die zwischen 1933-1945 Opfer von Rassenwahn und Herrenmenschenideologie geworden sind - Wider- ständler, Angehörige der jüdischen Religion und ein Mann, der wegen seiner Homosexualität verfolgt worden ist.

Die europaweite Aktion Stolpersteine wurde von dem Bildhauer Gunter Demnig vor mehr als 20 Jahren ins Leben gerufen, Demnig hat seither rund 57.000 Stolpersteine in 20 Ländern Europas verlegt. Stolpersteine sind mit einer Messingtafel versehene 10x10 Zentimeter große Betonsteine, die vor bestimmten Gebäuden in das Pflaster des Gehwegs eingebaut werden. Die Messingtafeln nennen unter der Überschrift "Hier wohnte" Name, Geburtsjahrgang, Eckdaten der Verfolgung und den Todesort der vom Nazi-Terrorregime verfolgten Menschen, die in den Häusern früher einmal gewohnt haben und dort bis zu ihrer Flucht, Vertrei- bung, Zwangsumsiedlung oder Ermordung den letzten frei gewählten Wohnsitz hatten. Derart unauslösch- lich gemacht, erinnern die Inschriften dauerhaft an Menschen, die aufgrund ihrer Herkunft, Religion, sexu- ellen Orientierung oder politischen Gesinnung von Nazis verfolgt bzw. ermordet worden sind.

Die Aktion Stolpersteine wird nicht mit öffentlichen Geldern, sondern mit Beiträgen von Einzelpersonen oder Gruppen finanziert. Dazu werden Paten gesucht, die bereit sind, jeweils mit 120 Euro die Herstellung und Verlegung von Stolpersteinen zu unterstützen. Für einzelne Stolpersteine (Verlegung im Herbst 2016) werden noch Paten gesucht. Wer Interesse hat, eine Patenschaft zu übernehmen, meldet sich bitte per Mail oder unter Telefon (0209) 9994676 bei Andreas Jordan, Initiator der Gelsenkirchener Stolpersteine.


Videos geben Einblicke in Stolpersteinverlegungen 

Stolpersteine erinnern an Familie Höchster

Abb.: Stolpersteine erinnern in Gelsenkirchen-Feldmark an Familie Bernhard Höchster

Stolpersteine erinnern an Menschen aus allen Verfolgtengruppen gleichermaßen. Genau dort, wo die Menschen einst lebten, wo sie gewohnt, gelebt, geglaubt, getanzt, geträumt, gelacht und geweint haben, bevor sie dem Rassenwahn und Überlegen- heitsideologie der Nazis zum Opfer fielen - vor den Türen ihrer Wohnhäuser oder Wirkungsstätte. Die allermeisten Lebens- und Leidensgeschichten der verfolgten Menschen endet mit deren Ermordung in den Unrechtstätten und Vernichtungslagern der Nazis, nur ganz wenige überlebten das NS-Lager-system. Einem kleinen Teil der Verfolgten gelang es, das nacktes Leben durch rechtzeitige Flucht aus Deutschland zu retten. Auch aus dem öffentlichen Raum der Stadt Gelsenkirchen sind die mittlerweile 139 hier verlegten Stolpersteine vor den letzten Wohnorten von Menschen, die den deutschen Faschisten zwischen 1933-1945 zum Opfer fielen, nicht mehr wegzudenken. Jesse Krauß begleitete Bildhauer Gunter Demnig mit der Kamera bei der Verlegung von Stolpersteinen in Gelsenkirchen. Die so entstandenen Videos geben Einblicke in die Verlegungen vom August 2015.

 

Ältere Beiträge

Hier finden Sie Beiträge von April 2009 - Dezember 2015 aus der Rubrik → Aktuelles & Termine


Andreas Jordan, Projektgruppe STOLPERSTEINE Gelsenkirchen.

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