Stolpersteine Gelsenkirchen
Gemeinsam gegen das Vergessen

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„Was keiner geglaubt haben wird, was keiner gewusst haben konnte, was keiner geahnt haben durfte, das wird dann wieder das gewesen sein was keiner gewollt haben wollte.“ (Erich Fried)
Aktuelle Informationen rund um das Projekt Stolpersteine in Gelsenkirchen
21. Mai 2013:
Hier waren sie Zuhause ...
Abb.: An der Wanner Straße 119 in Gelsenkirchen-Bulmke lebte die jüdische Familie Schönenberg. Drei Stolpersteine erinnern jetzt an ihre Lebens- und Leidenswege
Eigens zur Verlegung dieser Stolpersteine mit zwei ihrer Söhne aus San Francisco angereist, schilderte Jackie Shelton in einer sehr bewegenden Rede an der Wanner Straße die Lebens- und Leidenswege ihres Vaters Günter, ihrer Tante Erna und ihrer Großmutter Selma. Am Abend sprach sie auf der Gedenkveran-staltung in der Bleckkirche. Beide Reden sind hier im Wortlaut abrufbar:
→ Rede Wanner Straße
→ Rede Bleckkirche
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16. Mai 2013:
Auf den Spuren der Kinder von Westerbork
Abb.: Die in Gelsenkirchen geborenen Geschwister Günsberg wurden am 26. März 1943 in der Gaskammer von Sobibór ermordet. Lothar wurde 14, Fanni Susanne 19 Jahre alt
Vor 70 Jahren deportierte die „Reichsbahn“ tausende Kinder – weil sie Juden oder Sinti und Roma waren. Die „Reichsbahn“-Züge kamen aus einem Nazi-Lager in den besetzten Niederlanden: Westerbork. In verschlossenen Waggons wurden die Menschen durch Deutschland transportiert, darunter auch Kinder aus Gelsenkirchen.
Nach drei Tagen erreichten die Züge Sobibór in Ostpolen. In dem Nazi-Vernichtungslager wurden die Kinder sofort nach der Ankunft ermordet. Der Verein "Zug der Erinnerung" will im Mai und Juni 2013 auf mindestens 10 deutschen Bahnhöfen gemeinsam mit Initiativen und Projektgruppen aus den verschiedenen Städten von den in Sobibór ermordeten Kindern Abschied nehmen - auf den Bahnhöfen, auf den ihnen vor 70 Jahren niemand half. Von Montag 10. Juni bis Mittwoch 12. Juni 2013 macht der Zug der Erinnerung in Dortmund Station.
Der Zug der Erinnerung ist am Montag (10.6.) und Dienstag (11.6.) von 8 bis 20 Uhr (bei Bedarf länger) sowie Mittwoch (12.6.) von 8 bis 13 Uhr geöffnet. Der Besuch ist kostenlos. Jugendliche Botschafter und Botschafterinnen der Erinnerung begleiten Schulklassen und Jugendgruppen beim Besuch der Ausstellung. „Dortmund wird die einzige Station des Zugs der Erinnerung in NRW sein, so dass wir mit hohen Besucherzahlen rechnen. Wir empfehlen Gruppen und Schulklassen daher, sich frühzeitig anzumelden“, sagt Oliver Hein, Mitarbeiter der Arbeitsstelle 'Zukunft braucht Erinnerung'. Gruppenbesuche können unter der E-Mail-Adresse hein.oliver@gmx.net sowie telefonisch unter 0179-3592951 angemeldet werden.
Eine Projektgruppe des Gelsenzentrum e.V. hat sich auf Anregung des "Zug der Erinnerung" in den letzten Monaten auf Spurensuche nach Kindern aus Gelsenkirchen begeben, die in Sobibór ermordet wurden: "Wir zeichnen die Lebens- und Leidenswege nach, die diese Kinder damals gehen mussten. Beim Aufenthalt des Zuges der Erinnerung in Dortmund erinnern wir an ihren gewaltsamen Tod in Sobibór."
Unterstützung bei der Recherche fand der gemeinnützige Verein Gelsenzentrum beim Internationalen Suchdienst (ITS) in Bad Arolsen. Anhand der dort vorhandenen Unterlagen konnte die Projektgruppe die Namen von neun Kindern und Jugendlichen aus Gelsenkirchen in Erfahrung bringen, die 1943 über Westerbork in das Vernichtungslager Sobibór deportiert und dort ermordet wurden: Lieselotte Grünewald wurde 14 Jahre, Fanni Susanne Günsberg wurde 16 Jahre, Lothar Günsberg wurde 14 Jahre, Karl Werner Kupferschlag wurde 12 Jahre, Hella Grün wurde 13 Jahre, Recha Häusler wurde 13 Jahre, Fanni Landsmann wurde 19 Jahre, Anna Tepper wurde 20 Jahre, Robert Abraham Silberberg wurde 21 Jahre alt. Ernst Levie starb in Auschwitz, er wurde 12 Jahre alt. Die Lebens- und Leidenswege der Geschwister Günsberg werden exemplarisch in der neuen Ausstellung im "Zug der Erinnerung" an die verschleppten und ermordeten Kinder aus Gelsenkirchen erinnern.
Auf Basis der Recherchergebnisse planen wir die Verlegung von Stolpersteinen für diese Kinder und ihre Familien. Es werden noch Stolperstein-Paten gesucht. Wer eine Patenschaft für einen Stolperstein übernehmen will, wendet sich an die E-Mail oder Telefon 0209-9994676 an die Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen.
Dokumentation: → Familie Joseph, Fanny und Lothar Günsberg
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15. Mai 2013:
Briefe aus Gelsenkirchen
Ein besonderes Zeugnis vom Leben der Gelsenkirchener Juden in den späten Dreißiger Jahren und darüber hinaus wurde uns jetzt zur Verfügung gestellt. Ein umfangreiches Konvolut an Briefen und Postkarten, geschrieben in einem der Gelsenkirchener "Judenhäuser" von einer Mutter an ihren in Sicherheit gebrachten Sohn. Die Briefe zeugen vom schwierigen Alltag jüdischer Menschen zwischen 1938 und 1941 im Gelsenkirchen der NS-Zeit.
Es sind bewegende Zeugnisse von Warten und Bangen zwischen Freude und Hoffnunglosigkeit, geprägt von Mutterliebe, tiefer Religiosität und der Kraft des Glaubens an eine bessere Zukunft. In den Briefen werden Namen genannt, Familienstrukturen werden deutlich und sie liefern darüber hinaus auch Hinweise auf Bemühungen von jüdischen Menschen um Ausreise und Flucht. Im letzten Brief vor der Deportation nach Riga richtet die Mutter einen eindringlichen Appell an ihren Sohn. Sie glaubt zu diesem Zeitpunkt noch an den NS-Verfolgungsbehörden vorgegauckelten "Arbeitseinsatz im Osten" und an ein Wiedersehen mit dem geliebten Sohn.
Plötzlich sind die Namen wieder da
Durch diese Briefe wurden wir auch auf die Lebens- und Leidenswege der Familie Jeckel aufmerksam. Als so genannte "Ostjuden" am 28. Oktober 1938 nach Bentschen (Zbąszyń) abgeschoben, verliert sich im dortigen Internierungslager die Spur der Familie. Für Familie Jeckel sollen Stolpersteine an der Hauptstraße 63 verlegt werden. Stolperstein-Paten gesucht!
Dokumentation: → Familie Markus Jeckel
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2. Mai 2013:
Stolpersteine sollen an Frieda, Dorothea Julia, Margot und Ernst Alexander erinnern
Der in Gelsenkirchen geborene Ernst Alexander konnte als Sechzehnjähriger 1938 in die USA flüchten und entkam so dem Rasse- und Verfolgungswahn der Nazis. Ernst wurde in den USA von einer jüdische Familie in Nebraska adoptiert, sein Vorname wurde zu Ernest geändert. Er heiratete, das Ehepaar bekam vier Söhne. 1979 siedelte die Familie nach Israel um. Dort starb Ernest Alexander im Jahr 2008. Seine Schwester Margot überlebte die NS-Zeit in einem Versteck in Holland, Schwester Dorothea Julia und Mutter Frieda wurden von den Nazis ermordet. Die heute in Israel lebenden Brüder Alexander wollen Stolpersteine zur Erinnerung an ihre Angehörigen in Gelsenkirchen verlegen lassen und haben uns um Hilfe und Unterstützung bei diesem Vorhaben gebeten.
Dokumentation: → Familie Frieda Alexander
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1. Mai 2013:
Stolpersteine - Bleibende Zeichen
Abb.: Gelsenkirchen wird erinnert. 19 neue Stolpersteine warten auf Verlegung
"Hier wohnte..." - mit diesen Worten beginnen die Inschriften auf den Stolpersteinen, die Bildhauer Gunter Demnig am Montag begleitet von Stolper-stein-Paten und Angehörigen im öffentlichen Raum der Stadt Gelsenkirchen verlegte. "Meine Kunst liegt jedem zu Füßen" sagt Demnig, der sich selbst auch als "Spurenleger" bezeichnet. Ein Stolperstein könnte vor meiner, deiner, eurer Haustür liegen.
Bereits eine halbe Stunde vor dem Beginn der ersten Verlegung parkt der Bildhauer seinen roten Kastenwagen vor dem Haus Karl-Meyer-Straße 10. Mit an Bord: 19 neue Stolpersteine für Gelsenkirchen. Pünktlich um 10 Uhr verlegt Gunter Demnig den ersten Stolperstein an diesem Tag, der Stein erinnert an Hartwig Wurm. An der Steinfurthstraße 26 warten bereits zahlreiche Angehörige von Michael Hojnacki, darunter auch Enkel und Urenkel. Nach dem deutschen Überfall auf Polen hatte der heimatverbundene Michael Hojnacki auf seiner Geige im Hof des Hauses die Polnische Hymne "Noch ist Polen nicht verloren" gespielt - er wurde denunziert, starb im KZ. Am Montag erklang die Hymne erneut an der Steinfurthstraße, eingebunden in die Zeremonie einer Stolpersteinverlegung. An der Ringstraße 48 verlegte Gunter Demnig danach einen Stolperstein zur Erinnerung an Juda Rosenberg.
An der Wanner Straße 119 nahm auch eine große Anzahl SchülerInnen des Grillo-Gymnasiums teil. Günter Schönenberg war Anfang der Dreißiger Jahre dort Schüler. Er konnte dem Naziterror als einziger seiner Familie durch Flucht in die Niederlande entkommen, in Frankreich erlebte er dann unter falscher Identität die Befreiung vom deutschen Faschismus. Seine Schwester und seine Mutter wurden von den Nazis ermordet. Zur Verlegung dieser drei Stolpersteine war Günter Schönenbergs Tochter Jackie Shelton mit zwei ihrer Söhne eigens aus San Francisco angereist. In einer sehr bewegenden Rede schilderte sie an der Wanner Straße die Lebens- und Leidenswege ihrer Angehörigen. Mit dabei: An Huitzing aus Amsterdam. Sie hatte in einer alten Fotokiste ein Bild von Günter Schönenberg gefunden, aufgenommen 1943 in Amsterdam. Ihre Internetrecherche führte zur Website der Stolpersteine Gelsenkirchen - so stieß sie schließlich auf Günter Schönenbergs Tochter - Jackie Shelton.
Abb.: Nur mit dem Einsatz von schwerem Gerät war die Verlegung an der Gewerkenstraße möglich.
Bei der Verlegung der Stolpersteine für die Familie Tepper an der Florastraße/Höhe MIR und auch an der Gewerkenstraße 2 für die Angehörigen der Familien Lichtmann und Meyer sprachen die Stolperstein-Paten Worte des Gedenkens, an der Florastraße für den Inner Wheel Club Gelsenkirchen Ulrike Asche-Zeit und an der Gewerkenstraße Susanne Franke für die Schalker Fan-Initiative. In Horst wurden an der Eckenerstraße 14 Stolpersteine für das Ehepaar Gutgold und an der Essener Straße 76 für das Ehepaar Berghausen Stolpersteine verlegt. Beide Ehepaare wurden von den Nazis ermordet. An der Essener Strasse waren es SchülerInnen der Schüler-vertretung der Gesamtschule Horst, die eine Patenschaft übernommen und zur Verlegung einen Beitrag vorbereitet hatten. Die Jungen und Mädchen nutzen im Anschluß an die Verlegung die Gelegenheit, um Fragen an Bildhauer Demnig zu stellen, die dieser gerne beantwortete.
Am Abend versammelten sich viele der Beteiligten und Interessierte zu eine Gedenkstunde in der Bleckkirche. Jackie Shelton betonte in ihrer Ansprache die Bedeutung des Projektes Stolpersteine, denn Stolpersteine erinnern auch an Wendepunkte in den Lebenswelten, an eine oftmals glückliche Zeit, bevor Angst, Ausgrenzung und Rassenwahn das Sein der Verfolgten bestimmten. Schriftsteller Joachim Rönneper las aus seinem Begleitbuch zum Stolperstein-Projekt "Vor meiner Haustür", unterbrochen von Passagen mit sanfter Musik von Leon Gurvitch und nahm so die ZuhörerInnen mit auf eine literarisch-musikalische Reise durch die Zeit.
Es heißt: „Ein Mensch ist erst Vergessen, wenn sein Name vergessen ist“. Mit der Verlegung der Stolpersteine wird die Erinnerung an das Leben und an das Leiden der verfolgten Menschen im so genannten "Dritten Reich" lebendig. Ihre Namen kehren zurück in unseren Alltag. Und zwar genau dort, wo die Menschen vor ihrer Festnahme, Flucht oder Verschleppung ihre individuellen Lebensmittelpunkte hatten, inmitten der Gesellschaft - Vor den Türen ihrer Häuser. So werden Denk- und Lernorte als integraler Bestandteil unseres Alltags geschaffen. Bisher fast 40.000 mal in 13 Ländern Europas.
Die Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen dankt allen Menschen, die diese Stolperstein-Verlegung wohlwollend und unterstützend begleitet haben, im besonderen
Gunter Demnig
Jackie Shelton
An Huitzing
Angehörige, Enkel und Urenkel der Familie Hojnackie
Yuriy Zemskyi, Kantor des Jüdischen Kulturvereins Kinor
Pfarrer Thomas Schöps, Bleckkirche
Dr. Ulrike Asche-Zeit, Inner Wheel Club Gelsenkirchen
Dr. Susanne Franke, Schalker Fan-Initiative
Schülervertretung der Gesamtschule Horst
Anke Käding
Abbas Mordeniz
Uwe Kaczmirzak
Jesse Krauß
den Schülerinnen und Schülern des Grillo-Gymnasiums
Fotoimpressionen von den Verlegungen der Stolpersteine am 29. April 2013
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28. April 2013:
Kurs des Schalker Gymnasiums übernimmt Patenschaft

Der Kurs Geschichte/Deutsch der Stufe 9 des Schalker Gymnasiums hat mit Lehrer Alfons Schindler eine Patenschaft für den Stolperstein übernommen, der an Lieselotte Margot Elikan erinnern wird. Am 27. Januar 1942 wurde Lieselotte Margot Elikan, damals gerade siebzehn Jahre alt, zunächst vom so genannten "Judensammellager" Gelsenkirchen in das Ghetto Riga und dann weiter in das KZ Stutthof verschleppt. Dort verliert sich ihre Spur.
Zur Verlegung will die heute 85jährige Marianne Elikan, Halbschwester von Lieselotte, aus dem Saarland anreisen. Sie wurde 1942 nach Theresienstadt verschleppt und konnte 1945 als einzige der Familie ihre Befreiung erleben. Derzeit wird ein Verlegetermin mit dem Büro des Bildhauers Gunter Demnig abgestimmt.
Dokumentation: → Lieselotte Margot Elikan
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27. April 2013:
Stolpersteine werden verlegt: Erinnerung an Lebenswelten
2013 ist ein besonderes Gedenkjahr: Vor 80 Jahren fand die Machtübergabe an Hitler und seine Schergen statt. Die Folgen sind bekannt. Um so wichtiger ist es, in diesem Jahr sichtbare und dauerhafte Zeichen der Erinnerung an Menschen zu setzen, die dem Rassen- und Größenwahn der Nazis zum Opfer gefallen sind. Am Montag, den 29. April 2013 verlegt Bildhauer Gunter Demnig weitere 19 Stolpersteine an 8 Orten in Gelsenkirchen. Alle Bürgerinnen und Bürger sind zur Teilnahme an den Verlegungen und der Gedenkstunde in der Bleckkirche herzlich eingeladen.
→ Biografische Skizzen
(Die genannten Uhrzeiten sind Richtwerte, planen Sie bitte ein Zeitfenster von +/- 30 Minuten ein. Die Projektleitung ist am Verlegetag unter der Handy-Nr.0174 5463829 zu erreichen)

Der Verlegetag schließt mit einer vom Inner Wheel Club Gelsenkirchen unterstützten Gedenkstunde in der Bleckkirche (Bleckstraße, an der ZOOM Erlebniswelt). Zu der Gedenkstunde, die um 18 Uhr beginnt, laden wir herzlich ein. An die Lebens- und Leidenswege der an diesem Tag mit einem Stolperstein geehrten Menschen wird erinnert, der Schriftsteller Joachim Rönneper liest - musikalisch umrahmt - aus seinem Buch „Vor meiner Haustür“.
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2. April 2013:
Stolperstein-Verlegung: Flyer informiert das nachbarschaftliche Umfeld

Mit einem Flugblatt, dass an die Haushalte im nachbarschaftlichen Umfeld der Verlegeorte verteilt wird, macht die Projektgruppe auf die Stolperstein-Verlegungen am 29. April 2013 aufmerksam und lädt die Anwohner herzlich zur Teilnahme an den Verlegungen ein.
Stolperstein-Paten und Angehörige nehmen auch in diesem Jahr aktiv an der Setzung der Stolper-steine teil. So werden der Steinfurthstraße in Rotthausen Angehörige der Familie Hojnacki erwartet, diese erinnern mit Worten des Gedenkens an ihren im KZ umgekommenen Großvater. An der Gewerkenstraße, in Höhe des ehemaligen "Schalker Markt", wird die Schalker Fan-Initiative e.V. die Zeremonie mitgestalten. Jaqueline Shelton, eine Angehörige der Familie Schönenberg, reist mit ihren Kindern eigens aus San Francisco/USA an und wird an der Wanner Straße aktiv an der Verlegezeremonie der Stolpersteine für ihren Vater, dessen Schwester und ihrer Großmutter teilnehmen. In Horst wird die Verlegung der Stolpersteine für das Ehepaar Berghausen an der Essener Straße von Schülerinnen und Schülern der Gesamtschule Horst mit einem eigenen Beitrag begleitet. Der Kantor des Jüdischen Kulturvereins KINOR, Yuriy Zemskyi, singt an den Verlegeorten das jüdische Gebet El male rachamim. Mit einer Ausnahme an der Steinfurthstraße: der aus Polen stammende Michael Hojnacki war katholisch.
Download als PDF-Dokument: → Stolperstein-Flyer
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1. April 2013:
Bericht von Julius Less: In Buer/Westf. von SA-Männern verfolgt und verprügelt
In den ersten Apriltagen des Jahres 1933 wurde Julius Less in der Buerschen Innenstadt zweimal von Nazi-Schergen auf offener Straße zusammengeschlagen - weil er Jude war. Drei Wochen danach erfuhr Julius Less, dass die SA ihn suchte und ihm nach dem Leben trachtete. Er flüchtete daraufhin in Todesangst nach Holland.
Nach der deutschen Besatzung der Niederlande wurde auch Julius Less zunächst im "Durchgangslager" Westerbork interniert, dann über Theresienstadt nach Auschwitz deportiert. In Auschwitz verliert sich seine Spur. Für den Stolperstein, der in Buer an Julius Less erinnern soll, kann eine Patenschaft übernommen werden.
Dokumentation: → Julius Less
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31. März 2013:
Im Vernichtungslager Auschwitz ermordet: Familie Moses Zwecher
Mit der fortschreitenden Ausplünderung der Juden wurde 1936 das alteingessene Möbelgeschäft der Familie Zwecher an der Urbanusstraße in Gelsenkirchen-Buer "arisiert". Neuer Eigentümer und Nutznießer der Entrechtung von Juden wurde die "arische" Familie Kazmierzak, die das Möbelgeschäft an gleicher Stelle nun unter ihrem Namen fortführte.
Familie Zwecher floh 1938 von Gelsenkirchen nach Holland. Nach der deutschen Besatzung der Niederlande wird auch die Familie Zwecher zunächst im "Durchgangslager" Westerbork interniert, dann über Theresienstadt nach Auschwitz deportiert und 1944 von den Nazis ermordet. Für die Stolpersteine, die in Buer an Familie Zwecher erinnern sollen, können Patenschaften übernommen werden.
Dokumentation: → Familie Moses Zwecher
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3. März 2013:
Ein letztes Lebewohl...

Im Israelitischen Krankenhaus in Frankfurt/Main lernte Lieselotte Margot Elikan, genannt Lilo, Werner de Fries aus Gelsenkirchen kennen und lieben.
Am 5. Dezember 1941 ging sie mit ihm in seine Heimatstadt Gelsenkirchen, ihre letzte Anschrift hier lautete Karl-Laforce-Straße 3a (Heutige Armin-straße). Am 27. Januar 1942 wurde Lieselotte Elikan zusammen mit Werner de Fries und dessen Familie nach Riga deportiert.
Zuvor hatte man sie zur Ausstellungshalle auf dem Wildenbruchplatz gebracht, dem Sammelort für die zur ersten Deportation vorgesehenen jüdischen Menschen. Unmittelbar vor der Deportation, noch von der Sammelstelle aus, schrieben Werner de Fries und Lieselotte Elikan am 26. Januar 1942 gemeinsam eine letzte Grußkarte an Lieselottes Schwester Marianne nach Trier.
Dokumentation: → Lieselotte Margot Elikan
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2. März 2013:
Elias Finger - Flucht und Odysee

In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wird Elias Finger in Gelsen-kirchen von den Nazis beinahe totgeprügelt, seine Existenz und Wohnung werden zerstört. Er hat danach nur noch einen Gedanken: Flucht aus Nazi-Deutschland. In Palästina will er sich ein neues Leben aufbauen. Drei Fluchtversuche über die "Grüne Grenze" Richtung Holland scheitern, er wird mehrmals inhaftiert. Elias Finger reist schließlich nach Wien und gelangt in Bratis-lava/Slowakei im Mai 1940 an Bord des Flücht-lingsschiffes "Pentcho", ein eigens für die Flucht umgebauter alter Raddampfer.
Die Fahrt der "Pentcho" donauabwärts verlief mit vielen Hindernissen und Entbehrungen, das Schiff wurde immer wieder aufgehalten. Mal durch die Behörden der durchquerten Länder, mal waren es technische Schwierigkeiten, die Zwangsaufenthalte verursachten. Die "Pentcho" mit rund 500 jüdischen Flüchtlingen an Bord erreichte das Schwarze Meer, passierte den Bosporus und lief schließlich in der Nacht vom 9. auf den 10. Oktober 1940 vor der unbewohnten Felseninsel Chamilonisi, rund 70 Kilometer nördlich von Kreta, auf Grund.
Die Schiffbrüchigen werden gerettet und auf der Insel Rhodos interniert. Nach mehr als einem Jahr werden die Menschen nach Süditalien in das Internierungslager Ferramonti di Tarsia gebracht. Im September 1943 wird dieses Lager durch alliierten Truppen befreit. Elias Finger gelangte nach Rom, sein weiterer Weg führte dann weiter nach Cádiz in Südspanien. Dort ging er im Januar 1944 an Bord des Flüchtlingsschiffs "Nyassa". Das Schiff erreichte im Februar 1945 den Hafen von Haifa in Palästina.
Dokumentation: → Elias Finger - Von Gelsenkirchen nach Palästina
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17. Februar 2013:
Interaktive Karte: Stolpersteine in Gelsenkirchen

Eine Übersicht der bisher im Stadtraum Gelsen-kirchen verlegten Stolpersteine bietet jetzt eine interaktive Karte. Mit einem Mausklick auf ein Stolperstein-Symbol wird ein Fenster aufgerufen, ein weiterer Klick auf die Namen führt zu den individuellen Dokumentationen von Lebens- und Leidenswegen der Menschen, an die Stolpersteine in unserer Stadt erinnern.
Interaktive Karte: → Stolpersteine in Gelsenkirchen
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8. Februar 2013:
Stolpersteine: Gunter Demnig kommt im April nach Gelsenkirchen

Die kleinen Denkmale des Gunter Demnig mit der griffigen Bezeichnung Stolpersteine haben seit 2009 ihren festen Platz in der Gelsen-kirchener Erinnerungskultur. Am Montag, den 29. April wird Bildhauer Gunter Demnig weitere 19 Stolpersteine in Gelsenkirchen verlegen. Damit wächst die Zahl der Stolpersteine in Gelsenkirchen auf 79 an.
2013 ist ein besonderes Gedenkjahr: Vor 80 Jahren fand die Machtübergabe an Hitler und seine Schergen statt, die Deportation und Ermordung Gelsenkirchener Sinti und Roma jährt sich zum 70. Mal, ein weiteres Datum ist der 75. Jahrestag der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938. Um so wichtiger ist es, auch in diesem Jahr sichtbare und dauerhafte Zeichen der Erinnerung an Menschen zu setzen, die dem Rassen- und Größenwahn der Nazis zum Opfer gefallen sind. Stolpersteine markieren Erinnerungsorte und verweisen somit auch auf das damalige Lebensumfeld eines NS-Opfers. Die Verlegungen beginnen am 29. April um 10 Uhr an der Karl-Meyer-Straße in Rotthausen, hier wird an Hartwig Wurm erinnert. Weitere Verlegeorte: Steinfurthstraße 26 (Michael Hojnacki), Ringstraße 48 (Juda Rosenberg), Wanner Straße 119 (Familie Schönenberg), Florastraße Höhe MIR/Kennedyplatz (Familie Tepper), Gewerkenstraße 2 (Familien Lichtmann und Meyer), Eckenerstraße 14 (Ehepaar Gutgold) und an der Essener Straße 76 (Ehepaar Berghausen).
Yuriy Zemskyi, Kantor des Jüdischen Kulturvereins KINOR, trägt an den Verlegeorten den Gebetsgesang "El male rachamim" - fester Bestandteil des jüdischen Totengedenkens - zum Andenken an die Opfer der Shoa vor. KINOR und auch Gründungsmitglied Zemskyi stehen der Projektgruppe Stolpersteine Gelsen-kirchen seit Jahren beratend und unterstützend zur Seite. Die Verlegung des Stolpersteins an der Stein-furthstraße zur Erinnerung an Miacheal Hojnacki wird von einem christlichen Gebet begleitet.
Finanziert werden konnten die Stolpersteine dank der Unterstützung vieler Privatleute. Aber auch die Schülervertretung der Gesamtschule Horst, das Projekt "1904 Geschichten", die Schalker Fan Initiative und der Inner Wheel Club Gelsenkirchen haben Patenschaften für Stolpersteine übernommen. Der Verlegetag schliesst mit einer Gedenkstunde in der Bleckkirche . Flankiert wird das Projekt Stolpersteine Gelsenkirchen auch in diesem Jahr von geführten Stadtrundgängen entlang der bereits verlegten Stolpersteine im Stadtraum und Vorträgen in Gelsenkirchener Schulen. Auch eine "Stolperstein-Putzaktion" ist geplant.
→ Lebens- und Leidenswege - Biografische Skizzen
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5. Februar 2013:
Wegweisendes Engagement: Schülervertretung übernimmt Patenschaft

Die Schülerinnen und Schüler haben Buttons und Rosen zum Valentinstag verkauft und so einen Stolperstein finanziert. Bildhauer Gunter Demnig wird diesen Stolperstein schon bald vor dem Haus Essener Straße 76 in Horst verlegen.
Erinnert wird hier an das jüdische Ehepaar David und Isabella Berghausen, die bis zu ihrer Deportion in das Ghetto Riga am 27. Januar 1942 in dem Haus wohnten. Die Schülerver-tretung der Gesamtschule Horst will mit eigenen Beiträgen die Zeremonie der Stein-Verlegung mitgestalten. Schulsprecherin Güllü Develi: "Für uns ist eine Herausforderung, bei so einem Projekt mitzuwirken - zumal es auch ein Zeichen gegen Rassismus und Menschenverachtung ist.“
Auch die WAZ Gelsenkirchen war auf Wunsch der Gesamtschule Horst bei der gestrigen Sitzung der Schülervertretung dabei und berichtet: → Lebendige Geschichte: Patenschaft für einen Stolperstein
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1. Februar 2013:
Stolpersteine zeichnen Lebensspuren nach
Sechzig Stolpersteine sind seit 2009 in Erinnerung an NS-Opfer der verschiedenen Verfolgtengruppen im Stadtraum Gelsenkirchen verlegt worden. Weitere neunzehn sollen im Frühjahr diesen Jahres hinzu-kommen. Der genaue Verlegetermin wird im Internet und in der lokalen Presse bekannt gegeben.

Die Stolpersteine werden über Patenschaften finanziert. Um das Projekt in Gelsenkirchen kontinuierlich fortzuführen, ist die Mithilfe vieler Menschen notwendig. Stolperstein-Pate kann jede Einzelperson mit einem beliebig hohen Betrag werden, oder aber auch Schulklassen, Stiftungen, Firmen, Gruppen, Verbände, Parteien und Vereine. Selbstverständlich ist es auch möglich, das Projekt mit Benefizveranstaltungen, Aktionen oder Sammlungen zu unterstützen.
Ein Stolperstein kostet 120 Euro, damit werden Herstellung und Verlegung des Stolpersteins vor dem letzten, selbst gewählten Wohnort oder der Arbeitsstätte des Menschen, der mit einem Stolperstein geehrt wird, finanziert.
Überweisungen erbitten wir unter Angabe des Verwendungszwecks "Stolpersteine" auf das Konto des gemeinnützigen Vereins Gelsenzentrum e. V.
| Kontoinhaber: | Gelsenzentrum e.V. |
| Institut: | Sparkasse Gelsenkirchen |
| Kontonummer: | 132015927 |
| Bankleitzahl: | 42050001 |
Wer sich engagieren will oder Informationen benötigt, wendet sich unter 0209-9994676 oder per E-Mail an die Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen.
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31. Januar 2013:
Stolpersteine sollen an Selma und Walter Müller erinnern

Bis zu ihrer Flucht in die Niederlande Ende der Dreißiger Jahre lebten die Witwe Selma Müller, eine geborene Löwenstein und ihr Sohn Walter in Gelsenkirchen. Selmas Ehemann Sally Müller starb bereits 1927 und wurde auf dem Jüdischen Friedhof an der Wanner Straße beigesetzt, dort befindet sich auch das Grab von Selma Müllers Vater, Bendix Löwenstein.
Selma und Walter Müllers Flucht in die benach-barten Niederlande bot beiden nur kurze Zeit Schutz vor den deutschen Verfolgungsbehörden. Nachdem die Wehrmacht im Mai 1940 die Niederlande überfiel und besetzte, begannen auch dort nach kurzer Zeit die gegen Juden gerichteten Maßnahmen der deutschen Besatzer.
Die Verfolgung und Entrechtung nahm in den Niederlanden mit der Registrierung aller Juden ihren Anfang. 1942 wurden dann alle Juden in verschiedenen Städten zusammengefasst, vor allem in Amsterdam und den Lagern Vught und Westerbork. Auch Selma Müller und ihr Sohn Walter gerieten in den mörderischen Strudel der NS-Mordmaschinerie. Selma Müller wurde 1943 in Sobibor, Walter Müller 1944 in Auschwitz-Birkenau ermordet.
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26. Januar 2013:
Holocaust: Jahrestag der Deportation

Am 27. Januar 1942 wurden mehr als 500 jüdische Kinder, Frauen und Männer von Gelsenkirchen in das Ghetto Riga deportiert. In den Tagen zuvor hatten die NS-Verfolgungs-behörden unter den Augen der "arischen Volksgemeinschaft" die zur Verschleppung vorgesehenen im so genannten "Judensammel-lager" am Wildenbruchplatz unter unmensch-lichen Bedingungen eingepfercht, gedemütigt und erniedriegt. Nur die wenigsten von ihnen überlebten den nachfolgenden Leidensweg durch die Mordstätten der Nazis.
Auf den Tag genau drei Jahre später wurden die Überlebenden im Vernichtungslager Auschwitz von der Roten Armee befreit. In Anlehnung an diese Befreiung wurde der 27. Januar im Jahr 2005 von den Vereinten Nationen zum „Inter-nationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“ erklärt.
Gedenken: Gelsenkirchener Lichter 2013
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25. Januar 2013:
Am 27. Januar 1945 in Auschwitz befreit

Johanna Alexander überlebte als einziges Familienmitglied den Leidensweg durch die Ghettos und Konzentrationslager der Nazis. Sie konnte am 27. Januar 1945 von der Roten Armee aus dem Vernichtungslager Auschwitz befreit werden. Ihr Vater Georg starb in Riga, Bruder Alfred im KZ Mauthausen. Bruder Ernst, früher Juniorspieler des FC Schalke 04, wurde in Auschwitz ermordet. Die Mutter hatte bereits im Dezember 1938 vor dem Hintergrund des sich ständig steigernden Verfolgungsdrucks und den Erlebnissen in der Pogromnacht die Flucht in den Tod gwählt. An Familie Georg Alexander sollen Stolpersteine erinnern, Patenschaften können übernommen werden.
Dokumentation: Die Familie Georg Alexander
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23. Januar 2013:
Ernst Back: "Ich habe viel Glück gehabt..."
 Abb.: Klaus Friedhelm Back, der Bruder von Ernst Ludwig, 1935 auf dem Balkon der elterlichen Wohnung an der damaligen Litzmannstrasse 1, die heutige Ebertstrasse
Der 89jährige Ernst Ludwig Back lebt heute in Schweden. Ein Kindertransport nach Stockholm rettete sein Leben, ebenso wie das seiner beiden Geschwister Hilde und Klaus (heute Klas). Ende der Dreißiger Jahre gelang den Eltern mit Hilfe von Freunden, ihre Kinder in letzter Minute nach Schweden in Sicherheit zu bringen. Die Eltern, der jüdische Rechtsanwalt und Notar Moritz Back und seine Frau Paula, eine geborene Hecht, konnten Deutschland dagegen nicht mehr rechtzeitig verlassen. Mit dem Deportations-transport vom 31. Juli 1942 wurden sie von Gelsenkirchen in das Ghetto Theresienstadt verschleppt. Dort starb Moritz Back im Dezember 1942, angeblich an "Herzmuskel-entartung", penibel festgehalten in einer so genannten "Todesfallanzeige" aus dem Ghetto Theresienstadt. Seine Frau Paula wurde im März 1943 weiter in das Vernichtungslager Auschwitz transportiert. "Unsere Mutter wurde dort in der Gaskammer erstickt" sagte Ernst Back heute in einem Gespräch nachdenklich, "Wir Kinder haben einfach nur unglaubliches Glück gehabt."
An Familie Back sollen Stolpersteine erinnern, die am letzten selbstgewählten Wohnort an der heutigen Ebertstraße verlegt werden. Es können noch Patenschaften übernommen werden.
Dokumentation: Familie Moritz Back
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17. Januar 2013:
Gelsenkirchener Lichter am Internationalen Holocaust-Gedenktag
Zur Teilnahme an eine besondere Form der Erinnerung und des Gedenkens ruft der gemeinnützige Verein Gelsenzentrum die Gelsenkirchener Bürgerinnen und Bürger auf. Mit dem entzünden der
Gelsenkirchener Lichter" wird am 27. Januar 2013 ein temporärer Erinnerungsort markiert - in diesem Jahr um 16 Uhr am an der Wildenbruchstraße/Höhe Polizeiwache, dort befand sich in der NS-Zeit ein sogenanntes "Judensammellager". Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden gebeten, Kerzen mitzubringen.
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13. Januar 2013:
Schalke 04: Fans übernehmen Patenschaften für Stolpersteine
 Abb.: Auch der jüdische Kaufmann Siegmund Katzenstein unterstützte den Fußballverein Schalke 04. Das 25jährige Betriebsjubiläum wurde 1928 bei Thiemeyer in Schalke gefeiert. Familie Katzenstein konnte vor den Nazis in die USA fliehen
Die ersten Stolpersteine für vom NS-Regime verfolgten Menschen aus dem Umfeld des FC Schalke 04 und deren Angehörige verlegt Bildhauer Gunter Demnig nach derzeitigem Planungsstand im Mai 2013 an der Gewerkenstraße (früher Schalker Markt 9) in Schalke. Die Schalker Fan-Initiative, Matthias Berghöfer, dass Projekt "1904 Geschichten", Uwe Kaczmirzak und Claudia Sucur haben bereits Patenschaften für Sally und Henriette Meyer sowie für Julie Lichtmann und Berta Moss übernommen. Weitere Stolpersteine folgen, es können Patenschaften übernommen werden.
Jüdische Unterstützer und Förderer des S04 waren auch Familie Goldblum, Siegmund Katzenstein, Dr. Fritz Levisohn (später Lenig), Arthur Herz und Ernst Alexander. Leopold "Leo" Jacobs spielte in einer Juniorenmannschaft des FC Schalke. Er wurde im Januar 1942 nach Riga verschleppt, überlebte die KZ der Nazis und kehrte nach seiner Befreiung 1945 zunächst in seine Heimatstadt Gelsenkirchen zurück.
Franz Nathan war einer der frühen jüdischen Mitglieder und Funktionäre des FC Schalke 04, er war der Leiter des Presseausschusses. Als der DFB (Deutscher Fußball Bund) im April 1933 den Ausschluss von Juden als Trainer und Funktionäre aus den Vereinen beschloss, "verabschiedete" der FC Schalke 04 - ganz im Sinne der neuen Machthaber - schließlich auch Franz Nathan aufgrund seiner jüdischen Herkunft. Franz Nathan konnte 1938 mit seiner Familie nach Kuba fliehen.
Begeisterte Anhänger und Sponsoren des Schalke 04 waren auch die beiden Metzgermeister Kahn und Sauer. August Kahn wurde zusammen mit seiner Frau im Juli 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert und dort am 11. Oktober 1944 ermordet, seine Frau starb bereits am 4. September 1942 in Theresienstadt, angeblich an Lungenentzündung. Leopold Sauer wurde im Januar 1942 zusammen mit seiner Frau in das Ghetto Riga deportiert und im März 1945 in Rieben, einem Außenlager des KZ Stutthof, ermordet. Seine Frau Auguste wurde im Dezember 1944 im KZ Stutthof ermordet. Die Schwiegereltern des ehemaligen 2. Vorsitzenden Paul Eichengrün, Josef und Ida Schloßstein, wurden 1942 nach Theresienstadt deportiert. Joseph starb im Ghetto Theresienstadt, Ida Schloßstein wurde weiter in das Vernichtungslager Treblinka verschleppt und dort ermordet.
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4. Januar 2013:
Holocaust-Gedenktag: Lieder und Gedichte aus Theresienstadt

“Wann wohl das Leid ein Ende hat” - so lautet der Titel eines Liederabends, der am Montag, 21. Januar 2013 um 19:30 Uhr im Kulturraum “die flora“ in Gelsenkirchen, Florastraße 26 beginnt.
Im Mittelpunkt des Abends - wenige Tage vor dem Holocaust-Gedenktag am 27. Januar 2013 - stehen die im KZ Theresienstadt geschriebenen Gedichte und Lieder der jüdischen Schrift-stellerin Ilse Weber. Die Opernsängerin Michaela Sehrbrock (Mezzosopran) und Marion Stein-götter (Klavier) interpretieren an diesem Abend Ilse Webers Werke.
Für ihre Mithäftlinge und die Kinder, die sie als Krankenschwester in Theresienstadt pflegte, geschrieben, spiegeln Ilse Webers Werke den grausamen Alltag in Theresienstadt wieder. Noch kurz vor dem Transport ins KZ Auschwitz gelang es ihrem Ehemann Willi Weber, die Lied- und Gedichttexte in einem Schuppen im KZ Theresienstadt zu verstecken.
Ilse Weber und ihr Sohn Tomás wurden am 6. Oktober 1944 in Auschwitz ermordet, Willi Weber kehrte als Überlebender 1945 nach Theresienstadt zurück, um die Texte seiner Frau in Sicherheit zu bringen.
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Eintritt: 10 €, ermäßigt 8 €. Info und Reservierung: (0209) 169 - 9105. Veranstalter: Gelsenzentrum e.V. in Kooperation mit Michaela Sehrbrock und Marion Steingötter.
→ Gelsenzentrum e.V.: “Wann wohl das Leid ein Ende hat…”
→ Der Rote Emscherbote: Kulturelles Überleben oder Trost und Hoffnung inmitten der Barbarei
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Andreas Jordan, Projektgruppe STOLPERSTEINE Gelsenkirchen.
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