Mit Ablauf des heutigen Tages wurden alle im Stadtgebiet verlegten Stolpersteine vom Reinigungstrupp des Arbeitskreises wieder auf Hochglanz gebracht. Die Putzaktion fand mit einer Andacht vor dem Haus an der Markenstraße 19 im Ortsteil Horst ihren Abschluss. Dort erinnern die Inschriften auf zwei Stolpersteine an das Ehepaar Simon und Frieda Neudorf. Mutter Neudorf und ihr Sohn Herman waren 1938 ebenfalls von der Ausweisung nach Zbaszyn betroffen. Frieda Neudorf wurde von den Nazis 1944 in Riga, Vater Simon Neudorf bereits 1941 im KZ Sachsenhausen ermordet. Herman Neudorf, der heute 85-jährig in den USA lebt, kehrte 1945 aus dem KZ Buchenwald zurück. → Herman Neudorf: Meine Gedanken zum 28. Oktober 1938 27. Oktober 2010:
5. Oktober 2010:Gemeinschaftsprojekt in Bochum - Schülerinnen und Schüler als Stolperstein-PatenAuch Klassenlehrerin Tina Grewe und Schulleiter Martin Breuer waren mit dabei, als Gunter Demnig am Montagmorgen an der Dorstener Straße 204 im Bochumer Ortsteil Hamme zusammen mit Schülerinnen und Schülern der Klasse 10b der Maria-Sibylla-Merian-Gesamtschule vier Stolpersteine verlegte. Die Mitglieder einer Projektgruppe der Gesamtschule hatten in ihrer Freizeit recherchiert, um Informationen über das Verfolgungsschicksal der Familie des jüdischen Klempnermeisters Hermann Alexander zusammenzutragen und wurden so Paten des Projektes Stolpersteine. Das Besondere an dieser Schülergruppe sind die unterschiedlichen Nationalitäten: Eine Thailänderin, eine kurdische Alevitin, eine Türkin, eine Polin, eine Kosovo-Albanerin, eine Syrerin und vier deutsche Jugendliche haben gemeinsam in der Gruppe mitgearbeitet. In Gelsenkirchen, anders als in vielen Revierstädten, hat sich bisher noch keine Schule an Gunter Demnigs Erinnerungsprojekt Stolpersteine, das sich seit dem Start im Jahr 1997 zum größten dezentralen Mahmal der Welt entwickelt hat, beteiligt. Eine Briefaktion im Mai 2009, die sich an die Gelsenkirchener Schulen richtete und das Erinnerungsprojekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig vorstellte, blieb ohne Resonanz. Eine aktive Beteiligung von Gelsenkirchener Schülerinnen und Schülern wäre wünschenswert. Wir, der Arbeitskreis Stolpersteine in Gelsenkirchen, bieten unsere Unterstützung und Hilfe bei der Projektarbeit und Recherche an. Jugendliche können so über das Projekt Stolpersteine einen Zugang zur deutschen Geschichte zwischen 1933-1945 finden und die Erinnerungskultur in Gelsenkirchen aktiv mitgestalten. Gerade die Auseinandersetzung mit der lokalen Geschichte kann ein pädagogisch wertvoller Anknüpfungspunkt sein. Der Arbeitskreis Stolpersteine hat seit Juli 2009 drei Verlegeaktionen organisiert und zusammen mit Gunter Demnig 19 Stolpersteine an 11 Orten im Gelsenkirchener Stadtgebiet verlegt. Bei der nächsten Verlegeaktion, deren Planung und Organisation bereits angelaufen ist, sollen weitere 17 Stolpersteine hinzukommen. 12. September 2010:Das "Judenhaus" im LörenkampJüdische Mieter wurden etwa ab April 1939 in die Häuser jüdischer Besitzer zwangseingewiesen. Hintergrund der räumlichen Konzentration der jüdischen Menschen auf wenige "Judenhäuser" im Stadtgebiet von Gelsenkirchen war die Erleichterung der Überwachung durch die Gestapo und war gleichzeitig auch eine Vorstufe auf dem Weg zur geplanten Deportation der jüdischen Menschen. Die "Judenhäuser" waren somit nichts anderes als kleinräumige Ghettos. Bereits ab 1939 wurde die Belegungsdichte in den einzelnen "Judenhäusern" systematisch gesteigert. Pro Haushalt stand den Menschen nur noch ein Raum zur Verfügung, bei gemeinsamer Benutzung der Toiletten und sanitären Anlagen. Die Auswahl der Häuser und die zwangsweise Einweisung der Betroffenen erfolgte durch das städtische Wohnungsamt, ab 1941 auch durch die jüdische Gemeinde selbst. Den in den Häusern wohnenden "Ariern" wurden Ersatzwohnungen angeboten, einige wenige der nichtjüdischen Mieter nahmen dieses Angebot jedoch nicht an und wollten weiter mit ihren jüdischen Nachbarn zusammen in einem Haus wohnen.
Die Witwe Rosa Finger betrieb im Haus Lörenkamp 2 ein Möbelgeschäft, sie war auch Eigentümerin des angrenzenden Hauses Kirchstrasse 15. Das Adressbuch der Stadt Gelsenkirchen aus dem Jahre 1942 verzeichnet für das Haus Im Lörenkamp 2 folgende jüdische Mieter und Mieterinnen: die Witwe Rachel Leja Finger (nach Palästina emigriert), Isidor Kahn, geboren am 22. Februar 1872, er wurde am 27. Januar 1942 ab Gelsenkirchen verschleppt und im Ghetto Riga am 2. November 1943 ermordet. Die Familie Liebenthal, bestehend aus: Moritz Moses, geboren am 11. April 1889, Ruth, geborene Kahn, geboren am 1. August 1905, Werner, geboren am 8. Dezember 1932 und Chana geboren am 4. Oktober 1938. Alle Mitglieder der Familie Liebenthal wurden am 27. Januar 1942 ab Gelsenkirchen deportiert und im Ghetto Riga ermordet. Im Lörenkamp 2 wohnte auch die Witwe Julie Gerrmaus, hier sind das Verfolgungsschicksal und die lebensgeschichtlichen Eckdaten gänzlich unbekannt. Weitere Bewohnerinnen waren laut der Liste der jüdischen Kultusgemeinde vom 4. Juni 1946, betr. Deportation vom 27. Januar 1942: Sara Spiegel, gebore Finger geboren am 23. Oktober 1904, verheiratet, und Ruth Spiegel, geboren am 16. November 1937. Beide sind laut dieser Liste im Januar 1942 geflohen und spurlos verschwunden. Verschiedene Quellen berichten, das ihnen später die Emigration nach Palästina geglückt ist.Im Versteck überlebtNichtjüdische ehemalige Bewohnerinnen des Hauses haben nun gemeinsam die Patenschaft für einen Stolperstein übernommen. Die ehemaligen Bewohnerinnen erzählten, das in dem Haus hinter einer Holzverkleidung im Treppenhaus längere Zeit ein jüdisches Mädchen versteckt worden ist: "Wir mussten uns damals sehr still verhalten, wenn wir vom Spielen zurückkamen und durch das Treppenhaus liefen, um die Situation dem Kind hinter der Holzverkleidung nicht noch schwerer zu machen, da es nicht die Möglichkeit hatte, draußen zu spielen. Kurz nach dem Krieg hat meine Mutter dieses Mädchen in Gelsenkirchen wiedergetroffen. Sie sind gemeinsam in ein Café gegangen und haben sich über die schrecklichen Begebenheiten in den Kriegsjahren unterhalten. Meine Eltern haben damals bei Rosa Finger ihre Schlafzimmermöbel gekauft. Es waren übrigens sehr stabile und schöne im Vergleich zu anderen Möbeln in der damaligen Zeit. Ich besitze heute noch die Wäschetruhe und zwei Stühle daraus" erzählte uns eine der damaligen Bewohnerinnen des Hauses im Lörenkamp 2. Stolpersteine machen uns auf die Verfolgungschicksale ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen unserer Stadt, die im Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden, aufmerksam. Die Stolpersteine sollen Teil unseres Alltags werden und uns daran erinnern, dass Vergleichbares nie wieder passieren darf und wir alle dafür gefordert sind. Für die Familie Liebenthal sollen ebenfalls Stolpersteine in Gelsenkirchen verlegt werden, auch für diese Stolpersteine können noch Patenschaften übernommen werden. Interessierte wenden sich bitte an den Arbeitskreis Stolpersteine in Gelsenkirchen. 12. Juli 2010:Stolpersteine für homosexuelle Männer aus Gelsenkirchen
Jürgen Wenke, Vorsitzender des Vereins Rosa Strippe e.V. in Bochum, übernimmt die Patenschaft für einen Stolperstein, der an einen Menschen aus Gelsenkirchen erinnern wird, der wegen seiner Homosexualität von den Nazis verfolgt und ermordet wurde. In Kooperation mit Jürgen Wenke - der in Kürze die Gedenkstätte Buchenwald besuchen wird - werden wir gemeinsam weitere Verfolgungschicksale homosexueller Männer mit Bezug zu Gelsenkirchen recherchieren und dokumentieren. 22. Juni 2010:Weitere Stolpersteine in Gelsenkirchen verlegt
Heute, am 69. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion, wurden in Gelsenkirchen Stolpersteine verlegt. Ursprünglich sollte die Verlegung dieser Stolpersteine im Februar stattfinden. Der anhaltende starke Frost verhinderte seinerzeit jedoch die Verlegung. Die verbliebenen 9 Stolpersteine wurden heute an sechs Verlegeorten in das Pflaster der Gehwege eingelassen. Begleitet wurden die Verlegungen auch von Mitgliedern des jüdischen Kulturvereins KINOR. Die Gründerin des Vereins, Elena Gubenko, hat die Patenschaft für den Stolperstein übernommen, der am Neustadtplatz 6 an Helene Lewek erinnert. Die Nazis hatten die Ausstellungshalle 1942 als "Juden-Sammellager" für den ersten Todestransport aus Gelsenkirchen nach Riga am 27. Januar 1942 genutzt. Auch Helene Lewek wurde dort eingepfercht. Die unmittelbar bevorstehende Deportation veranlasste sie, noch in dem Sammelager die Flucht in den Tod zu wählen. Kantor Yuri Zemski betete an der Wildenbruchstrasse für alle NS-Opfer, die aus dem "Sammellager" in den Tod deportiert wurden. Weitere Verlegeorte waren an der Augustastrasse 7, dort erinnern nun zwei Stolpersteine an die Schwestern Zorek. An der Bochumer Strasse 45 wurde ein Stolperstein für Hulda Silberberg, die wie Helene Lewek die Flucht in den Tod wählte, verlegt. An der Kurt-Schumacher-Strasse 10 wird mit drei Stolpersteinen an die Familie Haase erinnert. Für den Widerständler Paul Bukowski wurde der Stolperstein an der Zollvereinstrasse 4 verlegt. Projektleiterin Heike Jordan verlas die Verfolgungschicksale der Menschen. Leo Farnin, ein jüdischer Steinmetz aus der Ukraine, bereitete die Verlegestellen durch Aufbrechen des Gehweg-Pflasters vor und führte die ergänzenden Pflasterarbeiten aus. Die Stolpersteine selbst wurden dann von Andreas Jordan (Gelsenzentrum e.V.) verlegt. "Bei den symbolischen Verlegungen im Februar hat Gunter Demnig mir diese Aufgabe übertragen" sagte Jordan, und weiter: "Es ist eine besondere Ehre für mich, selber Stolpersteine verlegen zu dürfen". Der Kantor Yuri Zemski sang an vier Verlegeorten das Gebet "El Male Rachamim". Die heutige Stolperstein-Verlegung wurde videografisch von Jesse Krauß und fotografisch von Werner Neumann begleitet. 8. Juni 2010:Gelsenkirchen: 9 Stolpersteine werden verlegtAm 22. Juni 2010 werden in Gelsenkirchen an sechs Orten STOLPERSTEINE des Kölner Künstlers Gunter Demnig verlegt, die an einst hier lebende Menschen erinnern sollen. Die STOLPERSTEINE konnten im Februar wegen dem anhaltenden Frost nicht verlegt werden. Es werden am 22. Juni insgesamt 9 STOLPERSTEINE in der nachfolgend aufgeführten Reihenfolge im Abstand von jeweils etwa 30 Minuten in den Boden eingelassen. An der Augustastrasse werden um 8:00 Uhr zwei STOPLPERSTEINE für Margit und Annemarie Zorek verlegt. Die Schwestern wohnten in der Hausnummer 7. Im Januar 1942 wurden Margit und Annemarie Zorek nach Riga deportiert. Im Juli 1944 bei einer der "Aktionen" des Dr. Krebsbach wurden die Geschwister im KZ Kaiserwald ermordet. An der Bochumer Strasse 45 lebte Hulda Silberberg. Hier wird ein STOLPERSTEIN daran erinnern, dass Hulda Silberberg angesichts der bevorstehenden Deportation im Januar 1942 die Flucht in den Tod wählte. Am Neustadtplatz 6 (Früher Moltkeplatz) wird der STOLPERSTEIN verlegt, der an Helene Lewek erinnern wird, die dort einst gewohnt hat. Helene Lewek wählte im Sammellager an der Wildenbruchstrasse unmittelbar vor der Deportation im Januar 1942 die Flucht in den Tod. Am Standort des Sammellagers (ehemalige Ausstellungshalle) an der Wildenbruchstrasse wird ein STOLPERSTEIN an ihren Tod erinnern. An der Kurt-Schumacher-Strasse 10 (früher Kaiserstrasse) wohnte die Familie Haase. Das Haus der Familie steht heute nicht mehr. Sally Haase wurde 1938 verhaftet und im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Er floh nach der Entlassung nach Belgien und weiter nach Frankreich. Dort wurde er über das KZ Drancy 1942 nach Auschwitz verschleppt, wo er 1944 ermordet wurde. Tochter Margot konnte mit der Hilfe von Verwandten in die USA emigrieren. Ehefrau Carola und die Kinder Bernd und Ingrid wurden im Januar 1942 nach Riga, dann in das KZ Stutthof verschleppt und dort 1945 ermordet. Bernd überlebte und emigrierte 1947 in die USA. An der Zollvereinstrasse 4 wird mit der Verlegung eines STOLPERSTEINS an den dort einst lebenden Paul Bukowski erinnert. Am 7. August 1943 wurde Paul Bukowski als Mitglied einer Widerstandsgruppe vom "Volksgerichtshof" wegen “Vorbereitung zum Hochverrat in Verbindung mit Feindbegünstigung” zum Tode verurteilt und am 20. April 1944 in Plötzensee hingerichtet. 6. Juni 2010:Weitere STOLPERSTEINE werden verlegt"Mir war es immer wichtig, alle Opfergruppen einzubeziehen", sagt Gunter Demnig. "Dazu gehören Juden, Zigeuner, politisch Verfolgte, Homosexuelle, Zeugen Jehovas und Euthanasieopfer gleichermaßen". So wird bei der nächsten Verlegeaktion von Gunter Demnigs STOLPERSTEINEN in Gelsenkirchen an jüdische NS-Opfer, an Zeugen Jehovas, an Widerständler und an ein Opfer der NS-Kindereuthanasie vor den letzten Wohnorten der Verfolgten erinnert. Der Arbeitskreis hat nach umfangreichen Recherchen Dokumentationen der Verfolgungschicksale erarbeitet. 13. Mai 2010:Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen istIn Gelsenkirchen sind in den letzten Tagen weitere STOLPERSTEIN-Patenschaften für das jüdische Ehepaar Moritz und Toni Meyer sowie den Widerständler Fritz Rahkob übernommen worden. 11. Mai 2010:Die Familie TepperSalomon Tepper lebte zusammen mit seiner Familie in Gelsenkirchen, bis die Nazis ihn im Zuge der so genannten "Euthanasie-Aktion" in die Heil- und Pflegeanstalt Bendorf-Sayn einwiesen. Auf Anordnung des Reichsministerium des Inneren wurden 1940 alle jüdischen Patienten und Patientinnen, die in Heil- und Pflegeanstalten des Deutschen Reiches untergebracht waren, in Bendorf-Sayn bei Koblenz zusammengefasst. Nachdem die "Euthanasie-Aktion" im August 1941 "offiziell" eingestellt worden war, erfolgte ab 1942 die Verschleppung der jüdischen Patienten und Patientinnen in die Vernichtungslager im besetzten Osteuropa. So wurde auch Salomon Tepper Ende April zusammen mit anderen Menschen von Bendorf-Sayn in das Ghetto Krasniczyn deportiert. Seine Frau und seine beiden Töchter wurden in den Vernichtungslagern der Nazis ermordet. Ein Sohn konnte in die USA flüchten. Für die jüdische Familie Tepper sollen bald an ihrem letzten Wohnort in Gelsenkirchen STOLPERSTEINE verlegt werden. 10. Mai 2010:
9. Mai 2010:Plötzlich war die Iri verschwunden"Wir haben als Kinder zusammen gespielt" erzählt Ingrid Sauerbaum, die Patin für den STOLPERSTEIN, der Astrid Steiner gewidmet werden soll. Und weiter: "Plötzlich war die Iri, wie wir sie nannten, nicht mehr da. "Sie ist in ein Krankenhaus gekommen" sagte ihre Mutter damals. Nie habe ich meine Spielkameradin wiedergesehen". Nach den Recherchen des Arbeitskreises STOLPERSTEINE in Gelsenkirchen ist Astrid Steiner zunächst wegen "mongoloider Idiotie" im März 1942 im Alter von 9 Jahren in die Provinzialheilanstalt Aplerbeck eingewiesen worden, im September 1943 wurde sie in die Provinzialheilanstalt Marsberg verlegt. Dort verstarb sie lt. der Patientenakte infolge "Herzschwäche bei angeborener Körperschwäche". Für Astrid "Iri" Steiner soll ein STOLPERSTEIN an der Polsumer Strasse 158 in Gelsenkirchen verlegt werden. 3. Mai 2010:Ein Stein, ein Name, ein Mensch
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Hilden: Ein STOLPERSTEIN für Tobias Kopf
Tobias Kopf wurde am 2. Februar 1883 in Rozniatowo (Galizien) geboren und kam 1902 nach Deutschland. 1913 kam er mit seiner Familie nach Hilden, wo er mit seiner Frau ein Schuhgeschäft führte. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten übertrug Tobias Kopf das Geschäft 1929 auf seine Frau. Durch die 1933 erlassenen "Nürnberger Gesetze" wurde die wirtschaftliche Situation der Familie Kopf zusehends schlechter. So konnte auch die Familie ab 1933 ihr Schuhgeschäft nicht weiterführen, erschwerend kam noch hinzu, dass sie polnische Staatsbürger waren. Eine Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung wurde im Mai 1934 vom Landrat daran geknüpft, dass die vorhandenen Steuerrückstände zu begleichen seien. Deshalb mußte Tobias Kopf Arbeit suchen. Er verließ Hilden und ging nach Gelsenkirchen,wo er ab 1935 gemeldet war. Seine Familie blieb jedoch in Hilden. Sophie Kopf heiratete im März 1938 in Hilden Kurt Israel und wanderte unmittelbar danach zu den Schwiegereltern nach Amsterdam aus. Von dort wurde sie nach dem Einmarsch der Deutschen 1942 deportiert und am 31.08.1942 in Auschwitz ermordet. |
Als Rache für die Erschießung des Nazi-Diplomaten Ernst Eduard vom Rath durch einen jungen Emigranten aus Deutschland, wies die Regierung des Dritten Reichs 17.000 Juden polnischer Staatsangehörigkeit aus Deutschland aus. Die so genannten "Ostjuden" wurden am 28. und 29. Oktober 1938 im Rahmen der so genannten "Polen-Aktion" über Nacht nach Polen abgeschoben. Die Nazis machten sich dabei eine Verordnung der polnischen Regierung vom 6. Oktober 1938 über die Gültigkeitsdauer polnischer Pässe zunutze. Da diese Juden nicht nach Polen hereingelassen wurden, irrten die Ausgewiesenen lange an der polnischen Grenze in der Gegend von Bentschen (Zbaszyn) umher.
Bereits Ende Januar 1939 kam es auf diplomatischen Kanälen zu einem Agreement zwischen deutscher und polnischer Regierung über eine kurzfristige Rückkehr-Erlaubnis für einige der Deportierten. Diese sollten Gelegenheit erhalten, persönliche Vermögensverhältnisse (meist vor dem Hintergrund von "Arisierungen") abzuwickeln. Marianne Kopf kam noch einmal Anfang Juli 1939 nach Hilden, seit dem 6. Juli 1939 gilt sie als verschollen.
Tobias Kopf verlegte seinen Lebensmittelpunkt dann ganz nach Gelsenkirchen, zumal er dort Verwandschaft hatte. Am 27. Januar 1942 wird Tobias Kopf zusammen mit rund 350 anderen Gelsenkirchener Juden nach Riga deportiert. Sein Name steht in der Deportationsliste vom 27. Januar 1942, letzte Wohnanschrift: Schalkerstrasse 51. In einer Liste der Jüdischen Kultusgemeinde Gelsenkirchen vom 4. Juni 1946 wird dokumentiert, dass Tobias Kopf, geb. am 2.2.83 in Rozniatow, verh., im November 1943 ermordet worden ist. (lt. Gedenkbuch BA Riga, Ghetto)
Im Juli 2009 verlegte Gunter Demnig in Hilden drei STOLPERSTEINE für Angehörige der jüdischen Familie Kopf. Diese drei STOLPERSTEINE bringen die Ermordeten symbolisch wieder an ihren Wohn- und Heimatort zurück.
Zum Gedenken an eine weitere Gruppe von Opfern des Nationalsozialismus sollen bei der nächsten Verlegeaktion von STOLPERSTEINEn auch vier STOLPERSTEINE für Zeugen Jehovas in Gelsenkirchen verlegt werden. Die Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas (bis 1931 unter dem Namen "Bibelforscher" bekannt) verweigerte jede Zusammenarbeit mit dem NS-Staat, so auch den so genannten "Hitlergruß" und die Wehrpflicht und wurde schließlich 1933 verboten. Mehr als 13.000 Zeugen Jehovas wurden von den Nazis in den Konzentrationslagern inhaftiert, annähernd 2.000 wurden ermordet.
Mit Unterstützung des Zentralarchivs der Zeugen Jehovas in Deutschland konnten jetzt vier NS-Verfolgungsschicksale von Mitgliedern der Religionsgemeinschaft mit Lebensmittelpunkt Gelsenkirchen dokumentiert werden. In Gelsenkirchen erinnerte bislang kein Denk- oder Mahnmal an die Verfolgung und Ermordung von Zeugen Jehovas aus unserer Stadt.
→ Verfolgung und Ermordung von Gelsenkirchener Zeugen Jehovas
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Wir berichteten am 27.2.2010 erstmalig darüber: Nachdem aufgrund der anhaltenden Frostperiode am 9. Februar 2010 von 13 STOLPERSTEINEn nur 4 der Mahnmale verlegt werden konnten, hat sich der Arbeitskreis STOLPERSTEINE in Gelsenkirchen an Herrn Stappert (Abteilungsleiter Strassenbau) gewandt und Mithilfe durch das Tiefbauamt bei der Nachverlegung der verbliebenen 9 STOLPERSTEINE erbeten. Es soll an sechs Verlegeorten das Pflaster der Gehwege aufgenommen werden, so dass die nur 10×10 cm großen STOLPERSTEINE von Gelsenzentrum e.V. verlegt werden können. Das wurde bisher unter Hinweis auf finanzielle und personelle Engpässe vom Tiefbauamt der Stadt Gelsenkirchen abgelehnt. Daraufhin wurden von verschiedenen STOLPERSTEIN-Initiativen in ganz Deutschland Protestnoten an den Gelsenkirchener Oberbürgermeister Baranowski gesandt. Dieser stellte dann Anfang März in Aussicht, man wolle in der Sache “noch einmal schauen, ob es nicht doch einen Ansatz gibt, zu helfen.” Eine daraufhin erfolgte erneute Anfrage seitens der örtlichen Initiatoren des STOLPERSTEIN-Projekts in Gelsenkirchen an die zuständige Abteilung des Tiefbauamtes blieb bisher ohne Antwort. |
In rund 95% aller Kommunen unterstützen die Tiefbauämter das Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig, nicht so in Gelsenkirchen. In einer Stadt, die händeringend um Imagepflege bemüht ist, sieht man sich mit fadenscheinigen Begründungen außerstande, das größte dezentrale Holocaust-Mahnmal durch die Mithilfe des Tiefbauamtes zu unterstützen, obwohl Gelsenkirchen durch die bereits verlegten STOLPERSTEINE ein Teil dieses Gedenkprojektes geworden ist.
Bei allem Verständnis für die angespannte Haushaltslage der Stadt Gelsenkirchen, wir reden hier von einem relativ geringen Arbeits- und Zeitaufwand. Die Verlegeorte sind an der Zollvereinstrasse, der Kurt-Schumacher-Strasse, der Bochumer Strasse, an der Wildenbruchstrasse, dem Neustadtplatz und der Augustastrasse. Sie liegen somit in einem räumlich und zeitlich überschaubaren Bereich. Es sollte doch möglich sein, hier entsprechend Hilfestellung bei der Verlegung der STOLPERSTEINE zu geben.
Wir wollen das Gedenken an die Opfer der NS-Gewaltherrschaft lebendig halten und suchen Menschen aus Gelsenkirchen, die uns ihre Erlebnisse im so genannten "Dritten Reich" schildern. Menschen, die vom Terror und der Gewalt der Nazis berichten wollen. Wie wurde der nationalsozialistische Alltag erlebt, wie ist man damit umgegangen, wenn Menschen aus dem direkten Umfeld einfach "verschwanden"? Wir haben so viele Fragen - bitte antworten sie uns. Tragen sie mit ihren lebensgeschichtlichen Erinnerungen dazu bei, das die nachfolgende Generationen nicht vergessen mögen, was unter der Hitlerschen Gewaltherrschaft geschah.
Sie erreichen uns telefonisch: 0209 9994676 oder schreiben sie uns:
Email an → Heike Jordan, Projektleiterin STOLPERSTEINE in Gelsenkirchen
Unsere Postanschrift:
Gelsenzentrum e.V.
c/o Heike Jordan
Devenstrasse 111
D-45899 Gelsenkirchen
Als Kind mußte Ingrid Neuman miterleben, wie Ihre jüdischen Spielkameraden zusammen mit den Eltern von den Nazis abgeholt worden sind. "Wir waren Nachbarn der Familie Spiegel, die Kinder Sally und Ruth waren unsere Freunde, wir spielten täglich zusammen im Hof . Eines Tages im Jahre 1942 fuhr plötzlich ein LKW in unsere Hofeinfahrt an der heutigen Kirchstrasse 65 und blieb dort mit laufendem Motor stehen. Männer in brauner Uniform sprangen heraus, zwei der Männer rannten auf den damals zehnjährigen Sally Spiegel und seine fünfjährige Schwester Ruth zu und ergriffen die Kinder. Zwei weitere Braunhemden holten die Eltern aus der Wohnung in der ersten Etage.
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Im Eiltempo mussten die Eltern mit wenigen Habseligkeiten versehen unter wüsten Beschimpfungen auf den LKW hochsteigen, die Kinder wurden wie Pakete regelrecht hinterhergeworfen. Ich stand wie versteinert im Hof und beobachtete das Geschehen. Damals konnte ich noch nicht verstehen, was da vor meinen Augen geschah." Der alten Dame ist auch heute noch, 68 Jahre nach diesem Erlebnis, ihr Entsetzen anzusehen. |
"Die ganze Zeit lief der Motor des Lastwagens, wohl um die Angstschreie zu übertönen. Ich sehe heute noch den mit seiner Menschenfracht davonbrausenden LKW, in dem unsere Freunde weggebracht wurden. Wir konnten uns ja nicht mal von ihnen verabschieden! Es kam nie wieder ein Lebenszeichen von Sally, Ruth und ihrer Familie. Mein ganzes Leben werde ich diese schrecklichen Szenen nicht vergessen. Mögen sich viele Paten für die STOLPERSTEINE in Gelsenkirchen und anderswo finden, für all die Menschen, an die kein Grabstein erinnert." Ingrid Neumann will sich dafür einsetzen, das die STOLPERSTEINE des Kölner Künstlers Gunter Demnig bald vor dem Haus Kirchstrasse 65 an die jüdischen Nachbarn von einst erinnern. Der Arbeitskreis STOLPERSTEINE in Gelsenkirchen recherchiert nun den Lebensweg der Familie Spiegel und will schon bald erste Ergebnisse vorlegen.
Das Gelsenkirchener Tiefbauamt sieht sich außerstande, bei den Vorbereitungen der Verlegeorte für die STOLPERSTEINE des Künstlers Gunter Demnig behilflich zu sein. Im Februar konnten wegen dem anhaltenden Frost nur vier der geplanten 13 STOLPERSTEINE in Gelsenkirchen verlegt werden. Die übrigen STOLPERSTEINE sollen nun im April durch den Verein Gelsenzentrum gesetzt werden. Im Zuge der Vorbereitungen wandte sich der Initiator des Projektes in Gelsenkirchen, der Horster Andreas Jordan, der auch Vorsitzender des Gelsenzentrum ist, an das zuständige Referat und bat um Mithilfe bei der Arbeit des Pflasteröffnens. In mehr als 95% aller Kommunen, in denen die Mahnmale gegen das Vergessen in das Pflaster der Gehwege eingelassen werden, unterstützen die zuständigen Abteilungen der Tiefbauämter die Aktion, nicht so in Gelsenkirchen.
Begründet wurde die Ablehnung jüngst mit der angespannten Haushaltssituation der Stadt Gelsenkirchen und der dünnen Personaldecke im Tiefbauamt. "Im übrigen gibt es Schwierigkeiten bei der Sicherung der vorbereiteten Verlegorte", so die Begründung des Tiefbauamtes, und weiter "Man sehe keine Möglichkeit, das Projekt STOLPERSTEINE in Gelsenkichen dahingehend zu unterstützen." Lediglich die kostenlose Bereitstellung von Pflastersteinen zum Auffüllen der Verlegestellen wurde angeboten. "Das Material können Sie sich vom Baufhof bei Bedarf abholen" so der zuständige Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Andreas Jordan dazu: "Diese Haltung gegenüber dem größten dezentralen Mahnmal der Welt in einer Stadt wie Gelsenkirchen, die händeringend um Imagepflege bemüht ist, ist sicherlich kein Ruhmesblatt für unsere Stadt".
Der neue Flyer der STOLPERSTEINE in Gelsenkirchen jetzt hier zum Download und ausdrucken!
→ STOLPERSTEINE in Gelsenkirchen
Winter erschwert Verlegung - neuer Termin folgt
Vier STOLPERSTEINE hat Gunter Demnig heute in Gelsenkirchen verlegt. Der anhaltende Bodenfrost machte die geplante Verlegung von neun weiteren STOLPERSTEINEn für den heutigen Tag erst einmal zunichte. Diese neun STOLPERSTEINE sollen nun in Kürze nach der zu erwartenden Wetterbesserung verlegt werden. "Einen neuen Verlege-Termin werden wir frühzeitig bekantgeben" - so die Projektleiterin der STOLPERSTEINE in Gelsenkirchen, Heike Jordan.
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Die erste Verlegung konnte heute morgen bei leichtem Schneefall und Minustemperaturen in unmittelbarer Nähe des Schachtgerüstes der ehemaligen Zeche Nordstern in Horst mit dem Einsatz eines schweren elektrischen Bohrhammers im warsten Sinne des Wortes gestemmt werden. Gunter Demnig mühte sich redlich, den hartgefrorenen Boden für die Verlegung des STOLPERSTEINS für den belgischen Zwangsarbeiter Charles Ganty vorzubereiten. Ganty, der aus Jumet in der Nähe von Charleroi in Belgien stammte, wurde 1940 als Zivilarbeiter nach Deutschland "dienstverpflichtet". Er war ab Januar 1941 als Zwangsarbeiter auf der Zeche Nordstern in Gelsenkirchen-Horst eingesetzt. Wegen Arbeitssabotage von der Gestapo zunächst in ein so genanntes "Arbeitserziehungslager" eingewiesen, wurde Ganty nach Verpflichtung zu politischem Wohlverhalten im Sinne der Nazis zunächst entlassen und wegen kritischer Äußerungen am 31. August 1942 erneut festgenommen. Er wurde schließlich am 21. Mai 1943 vom "Volksgerichtshof" zum Tode verurteilt und am 7. September 1943 in Plötzensee ermordet. An den nächsten geplanten Verlegeorten an der Zollvereinstasse 4, Kurt-Schumacher-Strasse 10, Bochumer Strasse 45, Neustadtplatz 6, Wildenbruchstrasse, und Augustastrasse 7 wurden die STOLPERSTEINE lediglich symbolisch verlegt, der durchgefrorene Boden ließ die Verlegung der STOLPERSTEINE einfach nicht zu. Unterstrichen wurden die symbolischen Verlegungen durch das niederlegen einer weißen Rose. |
An der Hauptstrasse 16 kam dann der Bohrhammer erneut zum Einsatz und so konnten dann die drei STOLPERSTEINE für Angehörige der jüdischen Familie Grüneberg, die hier einst lebte und arbeitete, in das Pflaster eingelassen werden. Der Gelsenkirchener Kantor Yuriy Zemskyi betete singend ein jüdisches Totengebet, das El male Rachamim für die Ermordeten der Familie Grüneberg. Eine Dortmunderin, die auch eine Patenschaft für einen STOLPERSTEIN übernommen hatte, verlas das Verfolgungsschicksal der Familie Grüneberg. Die einzig überlebende der Familie, Lore Buchheim geborene Grüneberg, lebt heute 85jährig in den USA.
08. Februar 2010:|
Im Anschluss an den Vortrag stellten interessierte BesucherInnen Fragen zum Projekt STOLPERSTEINE, die der Kölner Künstler Gunter Demnig gerne beantwortete. Weitere Patenschaften für die STOLPERSTEINE in Gelsenkirchen sind im Anschluß an den Vortrag übernommen worden. |
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Bereits gestern hielt Gunter Demnig einen Vortrag in der Gelsenkirchener "flora".. Eindrucksvoll beschrieb der Kölner Künstler seinen künstlerischen Werdegang und sein Projekt STOLPERSTEINE gegen das Vergessen, das mittlerweile zu seinem Lebenswerk geworden ist. Annähernd 23.000 STOLPERSTEINE hat Demnig mittlerweile flächenbündig in die Gehwege vieler europäischer Länder eingelassen. Das Projekt STOLPERSTEINE hat sich so zum größten dezentralen Mahnmal der Welt entwickelt - Gelsenkirchen ist seit der ersten Verlegung von STOLPERSTEINEN im Sommer 2009 ein Teil dieses Mahnmals. |
Bei der Suche nach einem geeigneten Veranstaltungsort für einen Vortrag von Gunter Demnig hatte sich der Arbeitskreis des gemeinnützigen Vereins Gelsenzentrum entschieden, das soziokulturelle Zentrum "die flora" in Gelsenkirchen anzufragen. Üblicherweise steht diese Einrichtung der Stadt Gelsenkirchen den lokalen Trägern freier Kulturarbeit, Vereinen und Initiativen zur Verfügung.
Unsere Anfrage, die auch die Vorstellung unseres Vereins und Eckdaten zur geplanten Veranstaltung enthielt, wurde jedoch von der Leiterin der Einrichtung, Frau Apfeld, mit den Worten "Sie bekommen "die Flora" nicht" ohne Angabe von Gründen abgewiesen. "(...) der Betreiber eines lokales Internetforums oder der ehemalige Kulturdezernent Rose könne "die flora für" den Vortrag von Demnig buchen", so Frau Apfeld weiter.
Daraufhin wandten wir uns hilfesuchend mit der Bitte, diese für uns nicht nachvollziehbare Entscheidung zu prüfen, an Oberbürgermeister Baranowski. Kurze Zeit später erhielten wir dann ein Schreiben von dem Kulturdezernenten Dr. Beck, in dem dieser mitteilte, dass Frau Apfeld angewiesen wurde, mit uns Kontakt aufzunehmen, um die Modalitäten einer Anmietung für den Abend mit Gunter Demnig zu klären.
Auch hier wird wieder einmal deutlich, wie von verschieden Seiten versucht wird, die Umsetzung des Projektes "Stolpersteine in Gelsenkirchen" zu behindern.
Für Helene Lewek werden am 9. Februar 2010 zwei STOLPERSTEINE in Gelsenkirchen verlegt. Ein STOLPERSTEIN wird am Standort der ehemaligen Ausstellungshalle an der Wildenbruchstrasse verlegt, dort entzog sich Helene Lewek der Deportation, in dem Sie die Flucht in den Tod wählte. Dieser STOLPERSTEIN wird auch an die jüdischen Menschen aus Gelsenkirchen erinnern, die in der Ausstellungshalle gesammelt wurden, bevor man Sie am 27. Januar 1942 nach Riga in Lettland deportierte. Die meisten von ihnen wurden in Riga von den Nazis ermordet, nur einige wenige überlebten das Grauen. Der zweite STOLPERSTEIN wird am letzten selbstgewählten Wohnort von Helene Lewek am damaligen Moltkeplatz 6, dem heutigen Neustadtplatz 6, verlegt.
Der Newsletter Januar 2010 des Arbeitskreises STOLPERSTEINE in Gelsenkirchen wurde heute per Email verschickt und kann hier auch als PDF-Datei abgerufen werden.
Newsletter STOLPERSTEINE in Gelsenkirchen
Passanten können sie nur mit gesenktem Blick identifizieren: die STOLPERSTEINE des Künstlers Gunter Demnig. 20.000 Stück gibt es mittlerweile in Europa. Ein STOLPERSTEIN ist eine Erinnerung an ein Leben, dass das NS-Regime ausgelöscht hat. Der Arbeitskreis STOLPERSTEINE des gemeinnützigen Vereins GELSENZENTRUM e.V. wird am Februar 2010 weitere STOLPERSTEINE in Gelsenkirchen verlegen lassen.
Andreas Jordan, Initiator des Arbeitskreises STOLPERSTEINE in Gelsenkirchen, dem jüngst für seine Gedenkarbeit von Yad Vashem gedankt wurde: "2009 haben wir die ersten sechs Stolperteine in Gelsenkirchen verlegt, der Arbeitskreis STOLPERSTEINE des GELSENZENTRUM e.V. recherchierte weitere Lebensschicksale von NS-Opfern aus unserer Stadt, so dass im Februar 2010 durch Gunter Demnig, dem Vater des Projektes weitere zwölf STOLPERSTEINE in Gelsenkirchen verlegt werden können". Die Messing-Gedenktafeln werden flächenbündig in die Gehwege vor den Häusern, in denen die Menschen einst gelebt haben, eingelassen. "Man stolpert mit dem Kopf und mit dem Herzen über die STOLPERSTEINE. Und wenn du den Namen lesen will, muss du dich vor dem Opfer automatisch verbeugen", so der Kölner Künstler Gunter Demnig. Finanziert werden die STOLPERSTEINE durch Patenschaften, die von Privatleuten, Institutionen, Firmen, Vereinen und Verbänden übernommen werden können.
Am 9. Februar 2010 werden in Gelsenkirchen STOLPERSTEINE für diese Menschen verlegt:
Charles Ganty
Verlegeort : Am Bugapark 1 - 9:00 Uhr
Paul Bukowski
Verlegeort: Zollvereinstrasse 4 - 9:20 Uhr
Sally Haase, Carola Haase, geborene Cossmann und Ingrid Haase
Verlegeort: Kurt-Schumacher-Strasse 10 - 9:40 Uhr
Hulda Silberberg
Verlegeort: Bochumer Strasse 45 - 10:00 Uhr
Helene Lewek
Verlegeort: Neustadtplatz 6 - 10:10 Uhr
Verlegeort: Ehem. Ausstellungshalle Wildenbruchplatz/Wildenbruchstrasse 31 - 10:20 Uhr
Margit Zorek und Annemarie Zorek
Verlegeort: Augustastrase 7 - 10:40 Uhr
Paul Grüneberg, Helene Grüneberg georene Levy, Helene "Hella" Grüneberg
Verlegeort: Hauptstrasse 16 - 11:00 Uhr
"Mit der Verlegung eines jeden STOLPERSTEINS kehren die Namen der Menschen in unser Bewußtsein zurück. Erst wenn auch die letzten Spuren der Menschen vergessen sind, haben die Mörder von damals ihr Werk vollendet."
Der Kölner Künstler Gunter Demnig hat die Einladung des gemeinnützigen Vereins GELSENZENTRUM E. V. angenommen und wird über die Entwicklung seines Projektes "STOLPERSTEINE - gegen das Vergessen" sprechen. Der Vortrag ist auch Auftakt für die am nachfolgenden Tage in Gelsenkirchen stattfindenden STOLPERSTEIN-Verlegungen. Vortragsdauer ca. 50 Minuten. Anschließend besteht die Möglichkeit, dem Künstler Gunter Demnig Fragen zum Gesamtprojekt zu stellen.
Veranstaltungsbeginn: 8. Februar 2010, 19:00 Uhr
Veranstaltungsort: Kulturraum "die flora", Gelsenkirchen, Florastraße 26
Voranmeldung erforderlich! Per Telefon unter 0209 9994676 oder per Email an a.jordan@gelsenzentrum.de
Veranstalter: GELSENZENTRUM e.V.
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Der Kölner Künstler Gunter Demnig hat am Mittwoch für sein europaweites "STOLPERSTEIN" - Projekt, das an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert, die Josef-Neuberger-Medaille erhalten. Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf ehrt mit der Auszeichnung nichtjüdische Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um die jüdische Gemeinschaft verdient gemacht haben. Demnig verlegt bundesweit, mittlerweile auch europaweit seit mehr als zehn Jahren sogenannte STOLPERSTEINE vor den letzten Wohnungen von NS-Opfern. Auf den kleinen, flächenbündig in den Bürgersteig eingelassenen Messingplatten stehen ihre Namen, das Geburtsjahr und - sofern bekannt - das Schicksal sowie der Todestag. Für Demnig ist "ein Mensch erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist". In der Begründung stellte die Jury fest: "Mit seinem Projekt erinnert er auf außergewöhnliche und sehr eindringliche Weise an die Opfer des NS-Regimes." Bei einer Feierstunde sagte der Gemeindevorsitzende Juan-Miguel Strauss vor etwa 350 Gästen, dass der Künstler den NS-Opfern ein Stück Würde und Individualität wiedergebe. Der ehemalige Direktor des Kölnischen Stadtmuseums, Werner Schäfke, stellte in seiner Laudatio heraus, dass Demnig mit seiner Aktion direkt in den Alltag der Menschen eingreife und sie mit der Vergangenheit konfrontiere. Die STOLPERSTEINE stünden so im Gegensatz zu anderen Gedenkstätten, die nicht alle Menschen erreichten. Demnig verlegte 1996 den ersten STOLPERSTEIN in Köln, anfangs noch illegal. Erst im Nachhinein wurde die Aktion von den Behörden genehmigt. Mittlerweile hat der gebürtige Berliner in Europa weit mehr als 20.000 STOLPERSTEINE an mehr als 500 Orten verlegt. In Gelsenkirchen liegen seit dem 13. Juli 2009 die ersten sechs STOLPERSTEINE. Die nach dem ehemaligen nordrhein-westfälischen Justizminister und jüdischen Gemeindemitglied Josef Neuberger (1902-1977) benannte Medaille wird seit 1991 jährlich verliehen. Zu den bisherigen Trägern gehören unter anderem Angela Merkel und die früheren Bundespräsidenten Roman Herzog und Johannes Rau. |
Mr. Yehuda Kaplan, USA will die Patenschaft für einen STOLPERSTEIN übernehmen, der Ida Apter gewidmet werden soll. Ida Apter ist bei der Bombardierung der Gelsenberg Benzin AG am 11. September 1944 getötet worden. Sie war von den Nazis aus dem KZ Auschwitz-Birkenau zur Sklavenarbeit in das KZ-Außenlager Buchenwald - dem Gelsenberglager in Horst - deportiert worden.
Mr. Eugene Black, UK hat mir heute im persönlichen Gespräch mitgeteilt, dass er die Patenschaft für zwei STOLPERSTEINE übernehmen will. Die STOLPERSTEINE werden seinen Schwestern Jolan und Paula Schwartz gewidmet, die Schwestern sind am 11. September 1944 bei einem Bombenangriff auf das KZ-Außenlager Buchenwald - dem Gelsenberglager in Horst - getötet worden. Ihnen war als Jüdinnen der Zutritt zu Bunkern und Splitterschutzgräben verboten.
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Danke an die Paten der verlegten STOLPERSTEINE: Herman Neudorf, USA. Elisabeth Schulte-Huxel, Esther Goldschmidt und Hilde Laut, USA.
Danke an den Arbeitskreis STOLPERSTEINE: Heike Jordan und den Mitarbeitern.
Danke an den Unterstützerkreis unter dem Dach der Gelsenkirchener Geschichten: an Peter Rose, an Bernd Matzkowski, an Chaijm Guski, an Elena Gubenko, an Marie Cécile Duclercq, an Paul Erzkamp.
Danke an Heinz Niski als Betreiber des Forums Gelsenkirchener Geschichten.
Danke an Lothar Lange, der den englischsprachigen Text von Herman Neudorf verlesen hat.
Danke an Jesse Krauß, der die Verlegungen videografisch dokumentierte.
Danke an Yuriy Zemskyi, der mit seiner wunderbaren Stimme als Vorbeter das "El male Rachamim" an zwei Verlegeorten betete.
Danke an Mirjam Lübke, die eigens anreiste, um als Vorbeterin an einem Verlegeort "El male Rachamim" zu beten.
Danke an Werner Neumann, der die Verlegungen fotografisch begleitet hat.
Danke an den Künstler Gunter Demnig und die Koordiatorin Uta Franke.
Danke an die Stadtverwaltung Gelsenkirchen für die Genehmigung zur Verlegung der STOLPERSTEINE und die beteiligten Referate.
Danke an Stefan Goch vom Institut für Stadtgeschichte, Gelsenkirchen
Danke an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Verlegungen von STOLPERSTEINEN in Gelsenkirchen.
Danke euch allen für diesen denkwürdigen Tag, an dem Gelsenkirchener Stadtgeschichte geschrieben wurde.
Ich war mit der Erwartung gekommen, einer kleinen, feierlichen Zeremonie beizuwohnen. Die Stimmung würde ein wenig traurig sein und die Menschen ganz andächtig, aber auch glücklich, über das Zeichen, das hier gesetzt wird. Und so war es im Grunde ja auch, von allem etwas.
Doch dazu kam noch ein ganz anderes, unerwartetes Element. Günther Demnig stellte seine ollen Eimer mit den vielen Werkzeugen ab und machte sich sofort und routiniert an die Arbeit. Er hebelte den Pflasterstein aus seinem Loch, schaufelte die Erde darunter weg und setzte den STOLPERSTEIN ein. An einem der Verlegeorte passte der nicht so richtig. Also flugs zu Hammer und Meißel gegriffen und den STOLPERSTEIN unten etwas gekürzt. Kaum ist er dann ins Loch gesetzt wird er nochmal kräftig festgeklopft. Boff! Boff! Sand darüber, in die Ritzen gewischt, etwas Wasser darauf, dann Sand und Erde weggefegt, den STOLPERSTEIN noch mal abgewischt. Fertig.
Alle Anwesenden schauten dieser kleinen "Performance" fasziniert zu. Da tat ein Handwerker seine Arbeit, nicht mehr und nicht weniger. Mit seinen Händen machte er, quasi stellvertretend für uns andere, ein ganz kleines Stückchen des großen Unrechts wieder gut, das sich in diesem Lande zugetragen hat. Und durch dieses einfache und so ganz und gar unprätentiöse Arbeiten mit Stein und Erde und Sand wurde deutlich: jetzt sind diese Menschen wirklich wieder da. Sie sind in den Alltag zurückgekehrt. Sie haben Namen und sie gehören wieder dazu.
Nun gibt es sie auch in Gelsenkirchen: STOLPERSTEINE des Kölner Künstlers Gunter Demnig
Am 13. Juli wurden an drei Verlegeorten in Gelsenkirchen 6 STOLPERSTEINE für jüdische Opfer der Shoa verlegt, an der Markenstrasse 19 in Horst für Simon und Frieda Neudorf, an der Florastrasse 84 für Regina Spanier und an der Kolpingstrasse in der City für Fritz und Grete Goldschmidt sowie für Mathilde Wertheim geborene Goldschmidt. Sie alle wurden vom Sammelort auf dem Wildenbruchplatz (ehemamlige Ausstellungshalle) am 27. Januar 1942 in den Tod deportiert.
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Im Rahmen einer kleinen Zeremonie wurde den ermordeten Menschen am Verlegeort gedacht, während der Künstler die STOLPERSTEINE verlegte, verlas Andreas Jordan, Initiator des STOLPERSTEIN-Projekts in Gelsenkirchen, die lebensgeschichtlichen Daten der Menschen. An der Markenstrasse verlas er Worte und Gedanken des überlebende Sohnes Herman Neudorf, der heute in den USA lebt. Eine rote Rose mit schwarzer Schleife wird auf auf den Gehweg niedergelegt, anschließend beteten Yuriy Zemskyi bzw. Mirjam Lübke das jüdische Totengebet “El male rachamim” für die auf dem STOLPERSTEIN genannten Menschen. Während der Gebete schien die Zeit still zu stehen. Zwei Schülerinnen der Gerhard-Hauptmann Realschule, Jennifer Fischer und Franziska Dutka, begleiteten für Radio Herby (Radioprojekt der Schule) die gesamte Veranstaltung mit dem Mikrofon und interviewten Teilnehmer und Teilnehmerinnen. |
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An der Florastrasse 84 verlas die Patin des STOLPERSTEINs für Regina Spanier, Frau Elisabeth Schulte-Huxel Auszüge aus der Lebensgeschichte von Regina Spanier und übermittelte Grüße und Dank der überlebenden Enkelin, Frau Ilse Reifeisen-Hallin, die heute in Schweden lebt. |
Esther Goldschmidt, die zur Verlegung eigens aus Flensburg anreiste, verlas am Verlegeort an der Kolpingstrasse 6 einen Brief, den Sie an Ihre sel. Angehörigen Fritz und Grete Goldschmidt sowie Mathilde “Tilla” Wertheim, geborene Goldschmidt gerichtet hatte. Bewegende Zeilen, bei denen viele der Teilnehmer und Zuschauer Ihre Emotionen kaum verbergen konnten, es flossen Tränen.
Die an den Verlegungen anschließende Matinee im Bildungszentrum bildete den Abschluß dieses denkwürdigen Tages. Lothar Lange von den Gelsenkirchener Geschichten (Internetforum) führte durch die Abschlußveranstaltung. Gunter Demnig erläuterte sein Projekt STOLPERSTEINE, Peter Rose, Kulturdezernent a.D. erinnerte an den Nazi-Terror, Frau Schulte-Huxel berichtete aus dem Leben von Regina Spanier, Andreas Jordan fasste die Entwicklung seiner Bemühungen um das STOLPERSTEIN-Projekt zusammen und Esther Goldschmidt las aus den Briefen, die Ihre Tante Hilde Laut, die heute in den USA lebt, 67 Jahre aufbewahrt hatte. Briefe der Menschen, die kurz vor Ihrer Deportation und anschließender Ermordung verfasst worden sind.
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Es war ein besonderer Tag für unsere Stadt, für die wenigen noch lebenden Menschen, die das Grauen des Nazi-Terrors überleben konnten und für die TeilnehmerInnen der Veranstaltungen. Menschen, die eine Patenschaft übernehmen wollen, oder das projekt mit einer Spende unterstützen wollen, wenden sich bitte an die Projektgruppe STOLPERSTEINE Gelsenkirchen, Ansprechpartnerin ist Heike Jordan. Ein nächster Termin für die Verlegung von STOLPERSTEINEN in Gelsenkirchen ist für Februar 2010 geplant. |
Dokumentationen über die Verfolgungschicksale der aus Gelsenkirchen deportierten und von den Nazis ermordeten Menschen der verschiedenen Opfergruppen sowie umfassende Informationen über Gelsenkirchen im Nationalsozialismus finden sie auf der Internetpräsenz des GELSENZENTRUM e.V., einem Portal für Stadt- und Zeitgeschichte Gelsenkirchen: → GELSENZENTRUM
Heute werden STOLPERSTEINE verlegt
Es ist soweit: Nach langer und steiniger Vorbereitungsphase werden am heutigen Montag die ersten STOLPERSTEINE in Gelsenkirchen verlegt. Wie schon in fast 500 europäischen Städten wird der Künstler Günter Demnig zum Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus sechs dieser mit Gedenkplatten versehenen Steine ins Pflaster einlassen.
Die Verlegung beginnt um neun Uhr vor dem Haus Markenstraße 19 in Horst-Süd mit zwei Steinen für die von den Nazis ermordeten Gelsenkir-chener Juden Frieda und Simon Neudorf. Anschließend werden vor dem Haus Florastraße 84 ein Stein für Regina Spanier sowie auf der Kolpingstrasse (zwischen C&A und Kaufhof) in der City drei weitere Steine für Grete und Fritz Goldschmidt sowie Mathilde Wertheimm verlegt.
Die Aktion wird begleitet von jüdischen Vorbetern; außerdem werden für Fragen interessierter Passanten Ansprechpartner vor Ort sein. Zum Abschluss findet um elf Uhr im Bildungszentrum, Ebertstraße, eine kleine Matinee statt. Esther Goldschmidt, eine Verwandte von Grete und Fritz Goldschmidt, wird aus ihrem Buch „Vergangene Gegenwart" lesen. Auch Günther Demnig wird über seine Arbeit Informieren. Und: Mitglieder des STOLPERSTEINE-Unterstützerkreises des Internetforums Gelsenkirchener Geschichten werden über die Umsetzung und Fortführung des Projekts in Gelsenkirchen sprechen.
Der Kreisverband Bündnis 90 / Die Grünen Gelsenkirchen haben heute die Patenschaft für zwei STOLPERSTEINE übernommen!
STOLPERSTEINE in Gelsenkirchen - Der Boden ist bereitet
Heute erschien in der WAZ Gelsenkirchen ein ganzseitiger Artikel über die STOLPERSTEINE in Gelsenkirchen. Lars Oliver Christoph hat wieder mal ganze Arbeit geleistet und einen sehr bemerkenswerten Bericht geschrieben. Das hat auch zur Folge, dass durch Überlastung aufgrund der hohen Zugriffszahlen die Internetpräsenzen des GELSENZENTRUM und der STOLPERSTEINE Gelsenkirchen heute zeitweilig nicht zu erreichen sind.
Der WAZ- Artikel online: Der Boden ist bereitet
Erste STOLPERSTEINE werden am 13. Juli 2009 verlegt
Nun steht der erste Termin für die Verlegung von STOLPERSTEINEN fest. Gunter Demnig wird am Montag, den 13. Juli erstmals STOLPERSTEINE in Gelsenkirchen verlegen. "Es war ein langer Weg", freut sich Initiator Andreas Jordan, "Nun ist es soweit!"
STOLPERSTEINE sind ein Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig. Mit diesen bündig ins Pflaster der Gehwege eingelassenen Mahnmalen soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die von den Nationalsozialisten deportiert und ermordet wurden.
Gunter Demnig hat mittlerweile rund 19.000 STOLPERSTEINE in mehr als 450 Städten und Gemeinden in Deutschland, den Niederlanden, Polen, Österreich, Tschechien, der Ukraine und Ungarn gesetzt. Nun werden auch in Gelsenkirchen erste STOLPERSTEINE verlegt.
Der Arbeitskreis teilt mit: "Wir freuen uns, das Thomas Kopec die Patenschaft für einen STOLPERSTEIN übernommen hat."
Der Arbeitskreis teilt mit: "Wir freuen uns, das Ludwig Baum die Patenschaft für einen STOLPERSTEIN übernommen hat."
Aktive Erinnerungskultur
Auf seiner Internetseite Gelsenzentrum.de dokumentiert Andreas Jordan das Schicksal von Gelsenkirchener Juden. Die Zeus-Reporterinnen trafen ihn zum Interview".
→ Interview "Aktive Erinnerungskultur"
Es freut uns sehr, mitteilen zu können, dass Herr Rainer Baldes-Ullrich die Patenschaft für einen STOLPERSTEIN übernommen hat.
VVN/BdA Gelsenkirchen: Wir unterstützen die Idee der STOLPERSTEINE für Gelsenkirchen
Die Gelsenkirchener Gruppe der VVN/BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/ Bund der AntifaschistenInnen) hat auf ihrer Sitzung im April 2009 die Unterstützung der Initiative "STOLPERSTEINE in Gelsenkirchen" beschlossen.
→ Was vorher geschah...die Chronik
Projektgruppe STOLPERSTEINE Gelsenkirchen. Juli 2011 |